schreibkraft - Das Feuilletonmagazin

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29 - verspielt

verspielt | ausgabe 29

Manchmal kommt es vor, dass der Ernst des Lebens keinen Spaß mehr macht. Wenn alles gut geht, kommt sodann die Zeit des Humors, der Ironie oder der Parodie. Wenn es weniger gut geht, tritt Zynismus auf den Plan. Und wenn es schlecht geht, tritt Niedergeschlagenheit oder gar Verzweiflung auf. „Verspielt“ im Sinne von humorvollen Umgang mit etwas pflegen oder „verspielt“ im Sinne von Verlust erleben, die Grenze kann eine schmale se... ausgabe lesen



28 - wie meinen?

wie meinen? | ausgabe 28

Bruno Kreisky, Österreichs legendärer Bundeskanzler von 1970 bis 1983, pflegte in Interviews Sätze gerne mit der Phrase „Ich bin der Meinung …“ einzuleiten, um Zeit für die Antwort zu gewinnen. Kreisky sprach langsam und betont und verdeutlichte mit diesem Duktus, dass Meinung etwas ist, das überlegt sein will und wofür man sich Zeit nehmen sollte. Doch seit Kreisky haben sich die Zeiten geändert: Heute rotzt man seine Meinu... ausgabe lesen



27 - zweifelhaft

zweifelhaft | ausgabe 27

Wir stehen auf unsere Zweifel.

Der Kabarettist Josef Hader sagt von sich, dass er besser im Zweifeln ist als darin, Überzeugungen zu verbreiten. Ein guter Mann! Seine Aussage unterschreiben wir gerne. Für manche sind die Heilsversprechungen von Jesus Tatsachen, andere stellen die Existenz des Messias rigoros in Frage, und wieder andere glauben die Dinge erst, wenn sie auf Wikipedia nachzulesen sind. Gerade Letzteres ist eine trügerische Gewissheit, wie Ernst Kilian... ausgabe lesen



26 - da capo

da capo | ausgabe 26

Nach 15 Jahren schreibkraft legen wir nun ein Heft vor, das 25 ausgewählte Beiträge aus ebenso vielen Ausgaben versammelt – sozusagen als Bestandsaufnahme, bevor wir die nächsten 25 Hefte angehen. 1998 wurde die schreibkraft als Magazin für Feuilletonbeiträge am Grat zwischen Journalismus und Literatur gegründet. Von Anfang an war das Projekt antizyklisch und anachronistisch angelegt: gegen ein Denken in immer kleiner werdenden... ausgabe lesen



25 - schön blöd

schön blöd | ausgabe 25

Wir hatten viele halblustige Ideen, wie wir konzeptionell mit dem Thema „schön blöd“ umgehen könnten: Seiten vertauschen oder drehen; ausnahmslos alle Einsendungen in einer Wurst und in 4-Punkt-Schrift abdrucken oder alle ausgewählten Texte unredigiert und unlektoriert ins Heft stellen. Schließlich haben wir uns doch für den üblichen, seriösen Umgang mit den Texten entschieden. Das Leben ist schon blöd genug. Da müssen wir nicht ... ausgabe lesen



24 - aber sicher

aber sicher | ausgabe 24

Vor nur 30 Jahren betrachteten geschäftstüchtige Herren Pornovideos als Wertanlage. Die gehorteten Schätze überdauerten den Übergang ins Digitalzeitalter in Schränken und bereiteten den Kerlen beim Anschauen gewiss einen ähnlich wohligen Schauer, wie ihn andere empfinden mögen, wenn sie ihr Wertpapierdepot im Online-Banking-Bereich abrufen. Auch wenn der Marktwert von VHS-Pornos mittlerweile in den Keller gerasselt ist, so... ausgabe lesen



23 - gute reise

gute reise | ausgabe 23

„Ich besitze kein Auto und besuche keine Tankstellen. Ich vermeide, so gut es geht, zu reisen.“ Ein wenig apodiktisch pocht der isländische Autor Gyrdir Elíasson auf sein Recht auf Sesshaftigkeit. Damit vertritt er eine heutzutage beinahe vom Aussterben bedrohte Position, denn das Reisen in seinen unterschiedlichen Spielarten erfreut sich größter Popularität. Ohne Rücksicht auf ökologische Fußabdrücke oder streikendes Flugpersonal... ausgabe lesen



22 - zahlen bitte

zahlen bitte | ausgabe 22

Die Billion ist die neue Milliarde! Zumindest für den so genannten Euro-Rettungsschirm scheint aus der einen binnen kürzester Zeit die andere „gehebelt“ werden zu können. Real verfügbar werden die Summen, das ist wohl allen Beteiligten klar, niemals sein. Doch was schon den Kaiser in Goethes Faust beeindruckte, nämlich beliebige Ziffern ohne Gegenwert auf Papier drucken zu können („Der Zettel hier ist tausend Kronen wert?“), beru... ausgabe lesen



21 - selbstgemacht

selbstgemacht | ausgabe 21

„Amputationen: Anteil der Heimwerker steigt“, war kürzlich auf den Teletextseiten des ORF zu lesen. Interpretationssache also, ob Baumärkte neuerdings auch Skalpell und Knochensäge für ambitionierte Hobbychirurgen bereithalten, oder ob sich der durchschnittliche Heimwerker zunehmend ungeschickt verhält. Die schreibkraft-Redaktion würde zu Antwort B neigen, vor allem aber bewundert sie den dialektisch offenbar vorzüglich geschulten O... ausgabe lesen



20 - grenzwertig

grenzwertig | ausgabe 20

Man möchte doch meinen, den Menschen sei es wenigstens ein bisschen unangenehm, sich vor anderen, insbesondere wenn es sich bei den anderen um Fremde handelt, zu entblößen, also geistig und sprachlich jetzt. Ist es aber spürbar und vor allem hörbar nicht. Oder wie interpretieren Sie die lautstarken Erörterungen ihres Gegenübers am Kaffeehaustisch bezüglich persönlicher Finanzgebarung, insbesondere der dem Privatkonkurs naheliegenden p... ausgabe lesen



19 - im ernst?

im ernst? | ausgabe 19

Da haben wir in unserer gewohnt vieldeutigen Manier ein Thema vorgegeben, das man durchaus humorig auffassen könnte, und was kommt heraus? – Die literarischste schreibkraft seit langem. Eventuell liegt es daran, dass wir im Frühjahr 2009 einen Wettbewerb zur Rettung des Reimes ausgeschrieben haben, der aufzeigen sollte, dass der in der Literatur vielgeschmähte reine Endreim zu mehr gut ist als zu Propagandasprüchen rechtspopulistischer P... ausgabe lesen



18 - genug

genug | ausgabe 18

„Mehr“ ist im Regelfall heiß begehrt. Mehr Geld, mehr Freunde, mehr Autobahnkilometer. Was gäbe es daran auch groß auszusetzen? Doch schon auf den zweiten Blick stellt man fest: Mehr Geld bedeutet Inflation, mehr Freunde (selbst wenn man sie tipptopp in facebook verwaltet) sozialen Stress, und mehr Autobahnkilometer müssen auch irgendwie erhalten werden. Und dennoch ist der naive Glaube an das Immer-Mehr, an das permanente Wachstum, au... ausgabe lesen



17 - alles bestens

alles bestens | ausgabe 17

Wie die letzten Monate gezeigt haben, in denen nur wenige Titel in ihrer Performance von den Turbulenzen auf den internationalen Aktienmärkten unberührt blieben – darunter auch die Papiere der schreibkraft-Publishing Group – lässt sich nur mit einem eindeutigen Bekenntnis zur klaren Zielgruppenorientierung am heiß umstrittenen Feuilletonmagazinmarkt bestehen. Daher haben wir es zur Maxime unseres Leitbildes gemacht, optimierte Qualitä... ausgabe lesen



16 - für immer

für immer | ausgabe 16

„Eine Runde pissen” war in der vorkapitalistischen, (also wirklich noch) guten alten Zeit eine gebräuchliche Maßeinheit. Und obwohl anzunehmen ist, dass damit primär eher überschaubare Zeiträume gemeint waren, ließe sich besagte Runde durchaus ins Unendliche ausdehnen – Inkontinenzpatienten können ein Lied davon singen. Die Zeitangabe „für immer” wiederum klingt zunächst langfristig, endgültig und unumkehrbar. Betrachtet... ausgabe lesen



15 - noch fragen?

noch fragen? | ausgabe 15

"I phoned Marie Marie/ I said why don’t you talk to me?/ I got fifty thousand questions,/ Can’t you answer just one please?" - The Godfathers: Walking Talking Johnny Cash Blues Irgendwann im Leben ist der abgeklärte Status erreicht, wo man zwar noch etliche Fragen hat, aber sich im Grunde über nichts mehr wundert, weil man sich damit abgefunden hat, dass man viele Dinge einfach nicht verstehen wird. Zum Beispiel wie man seinen E-... ausgabe lesen



14 - patient spezial

patient spezial | ausgabe 14

Wer Visionen habe solle doch, bitteschön, zum Arzt gehen, beschied Helmut Schmidt, ehemaliger Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland, all jenen, die sich mit einer solchen Bürde belastet sahen (heimische Medien legen dieselbe Äußerung gern seinem österreichischen Pendant Franz Vranitzky in den Mund). Ob diesem Aufruf in größerem Stil Folge geleistet wurde, ist nicht überliefert, was gemeint war, ist allerdings klar: Die Überschr... ausgabe lesen



13 - mitte

mitte | ausgabe 13

Trends, Moden und mediale Hysterien finden in der schreibkraft nur selten ihren Platz. Das „Gedankenjahr“ wurde von uns ignoriert, Goethe und Schiller ließen wir gute Leute sein und auch zu Freud und Mozart wird es keinerlei Kommentare aus der Redaktion geben (dasselbe gilt übrigens auch für das Jahr der Wüstenbildung). Einzig im Jahr 2000, pünktlich zur blau-schwarzen Regierungsübernahme also, beeilten sich die handelnden Politiker, um... ausgabe lesen



12 - verhalten

verhalten | ausgabe 12

Seit dem Gründungsjahr 1998 sind ein paar Jahre vergangen, die schreibkraft wurde vor ein paar Wochen sieben und ist somit im Raster der „rechtserheblichen Altersstufen“ in die Phase des unmündigen Minderjährigen eingetreten. Diese Zeitspanne der Deliktsunfähigkeit hat das Redaktionsteam ausgenützt, um ein frisches, ein freches, kurzum ein lesenswertes Heft zu machen, wie wir meinen. Und bei aller Sympathie für Unbekümmert- und Unbe... ausgabe lesen



11 - und jetzt?!

und jetzt?! | ausgabe 11

„Steig ab, wenn Du merkst, dass Du ein totes Pferd reitest“ lehrt uns ein altes Indianersprichwort. Nur: So leicht ist das auch wieder nicht! Schließlich setzt es schon ein gewisses Maß an Sensibilität und Selbstreflexion voraus, das Ableben des guten Tieres wahrzunehmen. Wie etwa merke ich, dass mein Pferd bereits das Zeitliche gesegnet hat: Ist es tot, wenn ich nicht mehr vom Fleck komme oder erst, wenn es seine Transformation in ein ... ausgabe lesen



10 - eigen

eigen | ausgabe 10

Das Eigene in seiner ganzen Vielschichtigkeit ist ein höchst dankbares Thema. Im Deutschen gibt es nicht weniger als 88 Wortzusammensetzungen mit „eigen“, d.h. man hat dadurch ein ziemlich großes Themenfeld zur Bearbeitung offen. Vorneweg würde es sich beispielsweise anbieten, statt Editorial fett „In eigener Sache“ zu schreiben. Dann würde das Heft mit politischen Beiträgen zur Fragestellung „Was wurde eigentlich aus dem ... ausgabe lesen



09 - brennermania

brennermania | ausgabe 09

Wolf Haas ist der Popstar unter den jüngeren österreichischen Autoren. Die Veranstaltung „brennermania“ im steirischen herbst 2003 hat sich im Brauhaus Puntigam in Graz der Erfolgsgeschichte der Brenner-Krimis von zwei Seiten genähert: Zum einen über die Reflexion der Krimis durch Literaturwissenschaftler, Kritiker, Leser und Filmschaffende; zum anderen konnte man in moderierten Busreisen, in einer langen Nacht des Haas-Krimis und bei ... ausgabe lesen



08 - fetzen

fetzen | ausgabe 08

„fetzen“ ist im österreichischen Deutsch eine vielschichtige Vokabel. Vom Ausdruck für kontrollierten bis hin zum unkontrollierten Streit, von der abschätzigen Bezeichnung für Gewandung und der Beschreibung eines Zustandes nachdrücklicher Trunkenheit reicht das semantische Spektrum. Und da sind Bedeutungs-Subtilitäten wie das wienerische „Fetzenschädel“ oder „Fetzenlaberl“ noch gar nicht berücksichtigt. Die vorliegende schr... ausgabe lesen



07 - heftig

heftig | ausgabe 07

aber trotzdem arg

Was Sie in dieser schreibkraft alles nicht finden: Essays über Pornografie, Kriminali-tätsanalysen, Berichte aus den Zonen sozialer Devianz und eine Zwischenbilanz von zwei Jahren schwarzblauer Regressions-regierung in Österreich. Das vorliegende Heft hat es auch ohne diese Themen in sich: „Dass […] die Heftigkeit, die Intensität gelebten Lebens und Erlebens, als Inbegriff des Erstrebenswerten gehandelt wird, verweist auf ein... ausgabe lesen



06 - echt?

echt? | ausgabe 06

Der Schlusssatz vorneweg: "Das Echte hat viele Gesichter." Punkt. Aus. Heft zu. Treffender als Gudrun Sommer kann man das Wesen des Echten gar nicht beschreiben. Wer dennoch weiterlesen will, findet in dieser Ausgabe der schreibkraft die unterschiedlichsten Gesichter des Echten versammelt. So scheinen Lebensmittel besonders gerne mit der Zuschreibung „echt“ versehen zu werden. Marmelade ist „fruchtecht“, Butter „echt biol... ausgabe lesen



05 - warten, bitte

warten, bitte | ausgabe 05

"Remember that time is money!" Benjamin Franklin verpasste dereinst mit diesem Satz der Macht der Geschwindigkeit ihren scheinbar zeitlosen Leitspruch. In unserem Kulturraum ist die allgemeine Anerkennung von Geschwindigkeit als grundlegendem Qualitätskriterium mitunter zwar mit einem skeptischen Nebenton versetzt, dennoch wird Tempo – etwa in Form von Flexibilität – nachdrücklich gefordert. Da dem alltäglichen Reden von G... ausgabe lesen



04 - widerlich

widerlich | ausgabe 04

Ist es eine Tragödie? Ist es eine Komödie?

Wer konnte das wissen? Als sich die Redaktion Ende des vergangenen Jahres in Klausur begab, um das Leitthema für diese Ausgabe zu finden, standen die Wahlen knapp bevor. Als wir unser Thema dann gefunden hatten, war noch nichts davon zu verspüren, was seit dem 4. Februar über die Grenzen hinaus diskutiert wird. Jedenfalls waren wir alle bass erstaunt, als uns Andreas R. Peternell an jenem Abend, an dem es hieß, die alte Koalition würde ih... ausgabe lesen



02 - wiederkehr

wiederkehr | ausgabe 02/03

Wer sich in diesen Zeiten entschlossen hat, mit dem Kopf zu arbeiten, ohne ein Fußballer zu sein, ist Kummer gewohnt.- Helmut Qualtinger: Bei Blattlschluss ... Nachdem unser letztes Editorial (Heft 1, weltenende) mit seinen verschlüsselten apokalyptischen Anspielungen nur von geübten Kryptographen entziffert werden konnte, stellen wir auf vielfachen Wunsch hier wieder einen graden Michel auf die Schiene: Willkommen beim... ausgabe lesen



01 - weltenende

weltenende | ausgabe 01

Gute Nachrichten: Die Erde erholt sich in 1 000 000 Jahren Was verschwindet sind wir Nicanor Parra Die Zeichen verdichten sich, daß Sie schreibkraft recht bald lesen sollten: totale Sonnenfinsternis am 11. 8. 1999; weltweiter Computerbankrott inklusive möglicher Gültigkeitsannulierung sämtlicher Bankomatkarten in der Sekunde Null des 1. 1. 2000; und schließlich noch eine unheilbringende Himmelskonstellatio... ausgabe lesen