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widerlich | ausgabe 04


04 - widerlich

präambel

Ist es eine Tragödie? Ist es eine Komödie?

Wer konnte das wissen? Als sich die Redaktion Ende des vergangenen Jahres in Klausur begab, um das Leitthema für diese Ausgabe zu finden, standen die Wahlen knapp bevor. Als wir unser Thema dann gefunden hatten, war noch nichts davon zu verspüren, was seit dem 4. Februar über die Grenzen hinaus diskutiert wird. Jedenfalls waren wir alle bass erstaunt, als uns Andreas R. Peternell an jenem Abend, an dem es hieß, die alte Koalition würde i... lesen



Feuilleton

herwig g. höller | a und f ff.

Österreich erst recht zuerst. Oder: Ohne Kraus geht nichts (mehr)

In den Wochen seit dem vierten Februar 2000 plagt wohl so manche Frau und so manchen Herrn Österreicher der Eindruck, dass sich momentan viel zu viel bis fast alles in A um F dreht, allzu oft selbst ausserhalb von A um A, wobei in vielen Fällen dieses A mit F gleichzusetzen wäre, womit wir wieder bei A und F wären. Gewissermaßen „Österreich zuerst“ zuerst in F, dann in A ... „und morgen die ganze Welt“. Orbi et ergo Erg... lesen


hannes luxbacher | mundverhalten

Über den ökonomischen Impetus des symbolischen Handelns und die Ineffizienz von Schenkelklopfen als Ausdruck politischer Handlung

Weder ist es neu geschweige denn besonders einfallsreich, festzustellen, dass Sprache unsere Welt mitkonstituiert. Mindestens in Österreich verhält man sich im Augenblick des Aussprechens dieses Gedankens sofort zu einer Bezugsgröße namens Wittgenstein und dennoch: Gestatten Sie mir bitte das folgende Nachdenken als ein dilettantisches aber gegenwärtig notwendiges. Damals, als ich noch Kind war, ekelte mir eines Tages vor dem übe... lesen


| auf der straße

Für die meisten war der 19. Februar 2000 ein ganz normaler Tag. Zwischen 60.000 und 300.000 Leute hatten aber etwas Gemeinsames vor. Ein hybrid-satirischer Rückblick

Zunächst scheint unser Ausflug unter keinem guten Stern zu stehen: Unser Anarchisten-Auto - Farbe rot, was sonst! - gibt am Wechsel seinen Geist auf. Wir fahren also bei Grimmenstein von der A2 ab und erfahren an einer Tankstelle, dass unsere Fahrt hier wohl zu Ende ist. Klein sind die Leute von der Tankstelle ja nicht, übertrieben fleißig eigentlich auch nicht - immerhin ist Samstag Schlag Mittag, das kann man verstehen - und ob sie... lesen


wolfgang gulis | von kriegen und duellen

Ganze Heerscharen von Journalisten haben sich schon daran versucht, ihn zu entlarven, ihm zu widerstehen, ihm Einhalt zu gebieten

Manche posaunten es öffentlich hinaus, „wie sie es ihm geben werden“. Das Ergebnis war meist das gleiche; wenn nicht die öffentliche Blamage, so doch das Scheitern des Vorhabens. In den folgenden etwas mehr als 9.000 Zeichen soll es um die immer wiederkehrenden frucht- wie erfolglosen öffentlichen Auseinandersetzungen zwischen JournalistInnen und Jörg Haider gehen. Haider als Medienprodukt - und nur das soll hier von Interesse... lesen


ute baumhackl | auf der flucht

Stellen Sie sich vor, es ist Krieg, und Sie laufen weg

Nicht freiwillig natürlich. Sie wären schon ganz gern geblieben, aber da sind plötzlich Soldaten bei der Tür hereingekommen und haben Sie angeherrscht, Sie sollen in drei Teufels Namen verschwinden, und zwar flott, fünf Minuten hätten Sie Zeit, um Ihren ganzen Dreck zusammenzupacken, dann würde geschossen. Oder Sie haben Nacht für Nacht die Raketen krachen gehört, näher und näher, bis eines Nachts die Fensterscheiben zerspru... lesen


peter iwaniewicz | big game

Ein Halali auf die Hohe Jagd

Ich war in meinem Leben schon Primzahlenjäger, bin Tornados nachgejagt, lag nächtelang neben Teilchenbeschleunigern auf der Lauer, um Hadronen und Quarks zu entdecken, habe in den Kompetenzen meiner Kollegen gewildert und so manches Bierchen zur Strecke gebracht. Aber. Niemals habe ich wie ein Heckenschütze aus sicherer Distanz auf Tiere geschossen. Nicht deswegen, weil ich Buddhist wäre, mich nur vegetarisch ernähre und aus moral... lesen


werner schandor | arm, matt, schlecht

Wer das AMS aufsucht, macht Erfahrungen. Leider miserable

Das Arbeitslosenamt fällt dem Arbeitslosen vor allem dadurch auf, dass es jene Tugenden, die am Arbeitsmarkt gepredigt werden, nicht im geringsten selbst erfüllt. Von Flexibilität, Einsatzfreude oder Serviceorientierung keine Spur. Vielmehr wirkt das steirische AMS wie die Papier- und Tintenburg par excellence. Es begann im Feber 1998. Ich wollte mich beruflich verändern, dachte daran, mich selbstständig zu machen. Vielleicht wa... lesen


wolfgang kühnelt | geht's sterben

Erste Einblicke in eine Kultur des Widerlichen

Von den wirklich grauslichen Dreckschweinen gibt es viele - mehr als sich das so ein durchschnittlicher schreibkraft-Leser wahrscheinlich vorstellen kann und mag. Die auf diesem Gebiete aktiven Texter und Autorinnen - oder wie immer man diese Arschlöcher auch nennen mag - gehören verschiedensten Denk- und Aktionsschulen des widerlichen Universums an. Folgender Scheißtext soll den Ahnungslosen - und dazu gehören bestimmt die allermei... lesen


alice le trionnaire-bolterauer | im blumengarten des bösen

Die Geschichte des Widerlichen in der Literatur

1. Als er am folgenden Tag spazierenging, begegnete er einem über und über mit Eiterbeulen bedeckten Bettler mit erloschenen Augen, zerfressener Nase, schiefstehendem Munde und schwarzen Zahnstümpfen, der jedes Wort heiser hervorgurgeln musste; fürchterliche Hustenanfälle quälten ihn, wobei er jedesmal einen Zahn ausspie. Der Bettler, dem Voltaires Candide, Medium einer gleichermaßen naiven wie destruktiven Welterfahrung, b... lesen


georg gartlgruber | widerlich - eine reminiszenz

Der Grusel beim Horrorfilm kann als kathartische Erfahrung erlebt werden, der Tritt in den Hundehaufen nicht.

Siebente Klasse AHS am Sommerbeginn, da zog ich ein Heftpflaster von einem meiner Finger und klebte es mir auf die Rückenlehne meines Sessels. Es war wohl ein Ausdruck des jedem Teenager bekannten, unzensierten und unbewussten Strebens nach Individualisierung und kreativer Gestaltung, obwohl damals hätte ich nach meinen Beweggründen gefragt, wohl bloß mit den Achseln gezuckt. Ein Klassenkollege fragte nicht, sondern fing bloß zu sc... lesen


wolfgang fössl | schiffbrüche im heimathafen

Zwei Versuche, das Widerliche zu beschreiben

Erster Versuch Das Widerliche tritt immer spontan auf. In ganz gewissen Momenten affiziert es unser Innerstes. Alle Versuche, menschliche Reaktionsmuster auf Erfahrungen des Widerlichen zu beschreiben, müssen Widerstände konstatieren; Widerstände, die uns die Außenwelt entgegenstellt und Widerstände, die in uns selbst wirksam werden. Widerlich bedeutet daher, dass uns ein innerer oder äußerer Widerstand hinderlich wird, und wir... lesen


jürgen plank | mr. cannibale - leben ist so schön

Kannibalismus ist der wohl bekannteste ethnologische Topos. Doch die Menschenfresserei war nur in Ausnahmefällen mehr als ein Gerücht

Kurios am Topos Kannibalismus ist, dass auch immer wieder Europäer in den Verdacht der Anthropophagie gerieten: In Ethnologenkreisen wird gerne die Geschichte jener Milchkonserven erzählt, die - weil für Kleinkinder gedacht - das Konterfei eines weißen Babys trugen und in dieser Aufmachung nach Afrika verschifft wurden. Und was liegt für einen autochthonen Afrikaner, der Konserven zuvor nicht gekannt hat, näher, als von der Verpac... lesen


hermann götz | krankheit als kriegspfad

Es gibt viele Wege des Widerstandes. Einer davon ist krank sein

Im Sprachgebrauch der Alternativmedizin hat das Begriffsfeld rund um die psychosomatische Krankheitsbetrachtung längst Stehsatzqualität. Des Menschen sichtbar oberflächliche Befindlichkeit ist demnach nichts als ein Spiegel des fragilen inneren Gleichgewichts, die Wunden der Seele schlagen Narben ins Gesicht, die Person wird gleichsam als eine Maske gedacht, die nur dürftig die psychische Wahrheit bedeckt. Verschluckter Zorn tritt u... lesen


lea steinborn | syndrom: pollex erectus

Ich werde belästigt - sexuell, von Männern mittleren bis fortgeschrittenen Alters

Sie kennen diese Typen: propere Anzüge, steif gebügelte Hemdkrägen, Krawatten, die je nach Anlass fest gezurrt bis locker-leger getragen werden, gerötete, leicht verschwitzte Nackenfalte. Tagsüber fläzen sie in großzügig angelegten Büros herum, sourcen out und sizen down, spezialisieren uns flexibel oder betreiben Standortsicherung durch Herumschnipseln an der sozialen Hängematte. So nebenbei müssen sie sich in der new econom... lesen


anton lederer | kein geist

Der Sturm im Wasserglas der Graxer GaleristInnen

Es gibt so viele interessante und nette Menschen, mit denen man sich wunderbar unterhalten kann, in zukünftigen wie vergangenen Dingen schwelgen kann, die euphorisch sein können - das ist überhaupt das wichtigste. Wie schön, ich muss mich darob nicht mit diesen .......... abgeben. Wahrscheinlich hätte ich darüber keinen Gedanken mehr verloren, wenn ich nicht ermuntert worden wäre, für dieses Heft etwas zu schreiben*. Der Tit... lesen


thomas ernst brunnsteiner | nicht absetzen!

Die literarische Reiseapotheke

Ob ich kenne einen gewissen Herrn „Ramschmayer“, „oder anders“. Mein lieber guter Freund ahmte die Worte seiner eigenen Mutter nach, die aus dem Telefon herausdiktierte, ich entschuldigte mich, sie wollte mich sicherlich „wo hintun können“, der gute Freund war unser Medium. Über, hinter mir an der alten Wand der Brauerei, die ein Lyzeum war einmal, für schwedischsprachige Mädchen in Åbo, die es nicht mehr gibt, weil es... lesen


gottfried heuer | otto gross: die suche nach dem dritten mann

Oder: Was suchst Du Ruhe, da Du zur Unruhe geboren bist?

Obwohl der österreichische Arzt, Psychiater, Psychoanalytiker und Anarchist Otto Gross (1877 bis 1920) eine Schlüsselrolle bei der Entstehung dessen gespielt hat, was wir heute als „die Moderne“ bezeichnen, ist er bis jetzt weitgehend unbekannt geblieben. Es gab aber eine Zeit, und zwar in den ersten Jahrzehnten des gerade vergangenen Jahrhunderts, in der die berühmtesten Vertreter der damals noch ganz jungen Psychoanalyse diesen... lesen


werner schandor | selbstbilder kommen mir immer wahnhaft vor

Gespräch über die widerliche Wirklichkeit mit dem davon angeekelten Schriftsteller Günter Eichberger

„Je mehr ich über mich nachdenke, desto rätselhafter werde ich mir.“ Günter Eichberger, von dem dieser Satz stammt, muss sich vor fünfzehn Jahren noch einigermaßen klar über sich gewesen sein. Seit seinem ersten Buch Der Wolkenpfleger (1988) dürfte es aber bergab gegangen sein mit jeglicher Art der Selbsterkenntnis. Denn das Ich als Thema sowie das Porträt, die Biographie als dazugehöriges Genre ziehen sich als roter Faden... lesen



Rezensionen

spülen sie mit

Pissen zwischen Wien und Paris

Peter Payer: Das Notwendige und das Nützliche. Eine Kulturgeschichte der öffentlichen Bedürfnisanstalten von Wien

„Scheißen und brunzen ist kunsten“, hat H. C. Artmann dereinst verlautbart. Manch zeitgenössischer Politiker, dessen in der analen Phase erlittenen Defekte und Dysfunktionen in diesem Zusammenhang zu analysieren interessant wären, hat von dieser Schule wohl noch nie gehört und muss sich deswegen permanent über Leute wie Cornelius Kolig beschweren. Jedenfalls hier etwas über zwei Texte, die den gesellschaftlichen Umgang mit dem heik... lesen


wirklich schad um das ejakulat

Spritziges über zwei Bücher der Edition Exil

Petra Lehmkuhl, Nikolaus Scheibner, Philip Scheiner: intakte mütter

Jetzt schreiben sie alle einen ziemlich flotten Stil, knallhart, anbetungswürdig banal, mit ein paar eingestreuten surrealistischen Tatsachen, ein paar Kleinigkeiten in Lebensgröße und, ohne viel Worte jede Menge Übertreibungen. Wolf Wondratschek, Männer und Frauen Im Hinblick auf das zu rezensierende Buch bleibt dem wenig hinzuzufügen. Ich tue es trotzdem. Warum, siehe ganz unten. Intakte Mütter, so der ange... lesen


sätze. schreiben. dichter

Über die Gegensätze von Eberhart Häfner & Ulrich Schlotmann, Petra Ganglbauer & Waltraud Seidlhofer, Eve Wood & Judith Fischer

Dieter Sperl, Paul Pechmann (Hg.): edition gegensätze 9-11

edition gegensätze betreibt Partnervermittlung. Gegensätze ziehen sich an, heißt es, und so werden gegensätzliche und weniger gegensätzliche Sätze nebeneinander gesetzt, gedruckt und ausgespuckt. Ästhetisch steht all das ganz bewusst im Gegensatz zum literarischen Mainstream. Suhe "... statt Hagebutten hätte ich rote Edelnutten aufs Brot geschmiert, nicht mancherorts Dornen, sondern Tatzen gefleckter Katzen, die meine Haut... lesen


weiteratmen! trotz allem

Bettina Balàka schnappt mal wieder Luft

Bettina Balàka: Der langangehaltene Atem. Roman

„The trick is to keep breathing“, empfehlen die Briten lakonisch, wenn jemand an einem Schicksalsschlag laboriert. Ein Tip, dem die Protagonistin in Bettina Balàkas neuem Roman, Der langangehaltene Atem, nur schwer nachkommen kann. „Ich rauche zuviel. Ich atme zuwenig.“ Atemlos versucht sie ihr Leben in den Griff zu kriegen. Nur langsam kommt man drauf, was ihr eigentlich den Atem nimmt. Vordergründig ist der Anlass, dass sie... lesen


schäfchenzählen

Kürzestbetrachtung zu Oswald Eggers ausufernder Lyrik

Oswald Egger: Herde der Rede. Poem

Herde der Rede. Poem heißt das neue Buch von Oswald Egger in der edition suhrkamp (die eine Hälfte davon zumindest, die andere, Der Rede Dreh. Poemanderm Schlaf, ist in der Edition Hohweg erschienen), und der Titel entspringt dem Inhalt direkter als erwartet. Der Schäfer heißt Poemander. Den Schäferhund hat er sich bei Proust oder Joyce ausgeborgt und lässt ihn vornewegtraben: "Jede Nacht, wenn ich Einschlaf suche (und mein Herz wacht... lesen


menschliches, allzumenschliches

Bernhard Setzwein zeigt, wie aus Meteorotropismus und Magenweh Philosophie entsteht

Bernhard Setzwein: Nicht kalt genug. Roman

„Mit der Frage der Ernährung ist nächstverwandt die Frage nach Ort und Klima. Es stehet Niemandem frei, überall zu leben - und wer große Aufgaben zu lösen hat, die seine ganze Kraft herausfordern, hat hier sogar eine sehr enge Wahl.“ Sieben Sommer über fährt der Professor also in den Engadin, wo er in Sils Maria ganz nah dem Dach der Erde sein hochstrebendes Denken großen Aufgaben entgegenträgt, denn „das Genie ist beding... lesen


ein seltsames paar

Sibylle Schleicher: Das schneeverbrannte Dorf. Roman.

Seit Jahrzehnten ist „das Dorf“ einer der wichtigsten Schauplätze der österreichischen Literatur, in allen Facetten wurde dieses scheinbar so bemerkenswerte Sozialgefüge bislang vorgeführt: als Inbegriff des Ewiggestrigen, als Unort schlechthin, als dunkle Seite des Mondes, auf welchem „die Dörfler“ ja bekanntlich leben, kurz: Das Dorf wurde den Lesenden ganz schön vermiest. Ein Resultat dieser inflationären Dorfbesessenh... lesen


ein kopfstand im luftleeren raum

Beiläufige Notizen zu Robert Riedls „Zum Abschied vom Vater“

Robert Riedl: Zum Abschied vom Vater. Die gefälschten Tagebücher des Robert Zivkovic

1. Robert Riedls Prosadebüt Zum Abschied vom Vater wird all jenen, welche Sprachfixiertheit als das wesentliche Merkmal der österreichischen Gegenwartsliteratur ansehen, einen neuen Beweis für die Richtigkeit ihrer Annahme liefern. Riedls Buch nämlich ist nichts als ein einziger 170 Seiten langer Wortrausch, in den sich der Autor mit allen Mitteln seiner Kunst versetzt, ist in vielen Passagen ein großes Metapherngefecht, aus wel... lesen


vom sprachsteirer

Steirer bellen, sagt der Restösterreicher. Dass das Steirische auch anderes zu bieten hat, ist auf der CD von Anna Nöst zu hören

Anna Nöst: mama, kimm he, mama.

Wer kennt es nicht, jenes Sprachspiel, dessen einziger Zweck darin besteht, ein Wort so lange zu wiederholen, bis es jeglichen Sinn im Kopf des Sprechers verloren hat und nur noch als reiner Klang übrigbleibt. Wassily Kandinsky brachte dies auf den Punkt, als er schrieb: „Das Wort ist innerer Klang.“ Anna Nösts innerer Klang scheint ein zutiefst steirischer zu sein, zumindest ist das Steirische, so wie es gerüchteweise heute noch... lesen


i will drive slowly

All that Jazz, aber bitte straff organisiert. Herbert J. Wimmers „auto stop. tempo texte.“

Herbert J. Wimmer: auto stop. tempo texte

Wenn der Augenblick so ruhig wird, dass man endlich die Stille findet, die man immer gerne hätte, dann kommt mitten in die Gegenwart des öfteren die Vergangenheit geplatzt und flätzt sich in ihr, manches Mal genüsslich und in einem natürlichen Hoch, mitunter in einer manierlichen Melancholie, ab und wann aber auch als Kolbenhub einer auszuwachsenden Depression. So geht's einem. Ab und wann auch anders. Auch der Text auto stop... lesen


realitätsdurchtränkt. eine schöne abwechslung

Eine Assoziation zu Lisa Spalts „leichte reisen von einem ende der erde“, inklusive einer Kindheitsreminiszenz

lisa spalt: leichte reisen von einem ende der erde

Zwei Rezensenten wohnen ach in meiner Brust. Sagt der eine: „Scheiße!, das tu ich mir nicht an“, dann sagt der andere: „Da muss was sein, was sich enthüllt bzw. enthüllen lässt.“ Die ansozialisierte Rezeptionsvorliebe: Geschichte Geschichte Geschichte kann auch nicht alles sein, andererseits: Wieso lese ich dann nicht gleich Abhandlungen philosophischer Machart? Gibt es einen ästhetischen Mehrwert hinter all den Konstruktio... lesen


der arme zettel, das kühle werk

Über Lucas Cejpeks Zettelwerkprojekt, das flüchtige Hinspritzen von Tintenkartuschen und die Sehnsüchte des heutigen Papiers

Lucas Cejpek (Hg.): Zettelwerk. Gespräche zu einer möglichen Form.

AutorInnen schreiben Bücher, weil sie nichts anderes können. Oder: AutorInnen schreiben Bücher, obwohl sie anderes können und sie dennoch nicht anders können. Keine Ahnung, ob das noch immer zu diskutieren wert ist, ich glaube aber nicht, und wenn, dann bitte ohne mich. Also dann zu etwas ganz anderem: Lucas Cejpek hat als Herausgeber jene Gespräche in einem Sammelband namens Zettelwerk. Gespräche zu einer möglichen Form vor... lesen


die kometen, auf denen ich gehe

Mit Uroš Zupan unterwegs zu den lichten (W)Orten slowenischer Lyrik

Uroš Zupan: Beim Verlassen des Hauses, in dem wir uns liebten. Gedichte. Aus dem Slowenischen von Fabjan Hafner.

Uroš Zupan, das ist neben Drago Jancar, Kajetan Kovic, Maja Vidmar und etlichen anderen ein weiterer Name, dessen Klang dem interessierten Lyrikleser unserer Breiten allmählich vertraut wird. Nahtlos schließt das neue Buch des 1963 geborenen Zupan, der als Autor und Übersetzer in Ljubljana lebt und arbeitet, an eine Reihe von Gedichtbänden und Beiträgen in namhaften Literaturzeitschriften an, die dem deutschsprachigen Leser neuerd... lesen