schreibkraft - Das Feuilletonmagazin

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eigen | ausgabe 10


10 - eigen

feiern Sie mit uns!

Das Eigene in seiner ganzen Vielschichtigkeit ist ein höchst dankbares Thema. Im Deutschen gibt es nicht weniger als 88 Wortzusammensetzungen mit „eigen“, d.h. man hat dadurch ein ziemlich großes Themenfeld zur Bearbeitung offen. Vorneweg würde es sich beispielsweise anbieten, statt Editorial fett „In eigener Sache“ zu schreiben. Dann würde das Heft mit politischen Beiträgen zur Fragestellung „Was wurde eigentlich aus dem... lesen



Feuilleton

brigitte fuchs | gottes erdhörnchen und der rest der welt

Nur wenige Hauptsprachen kennen das Wort „eigen“

Eigen/eigen kommt, von einem globalen Standpunkt aus betrachtet, eigentlich selten vor (vgl. Tabelle 1). In unserer Stichprobe, die immerhin 204 (3%) der 6.800 gezählten Hauptsprachen der Erde erfasst, gibt es das Wort „eigen“ nur zweimal oder in 0,98% aller Fälle. Und fehlt einmal „eigen“, so fehlen auch alle Wortverbindungen damit. Allerdings muss festgehalten werden, dass „eigen“, wenn es überhaupt vorhanden ist, zu eine... lesen


jürgen plank , andrea hiller | der sieg in der niederlage

Über Masochismus, Kolonialisierung und Diktatur

So sei denn mein Sklave und fühle, was es heißt, in die Hände eines Weibes gegeben zu sein. Und in demselben Augenblick gab sie mir einen Fußtritt. Leopold von Sacher-Masoch: Venus im Pelz   31. 5. 1994: Eine Autobahnraststätte in der Nähe von Graz, das Grazer Künstlerkollektiv G.R.A.M. präsentiert: Hermes Phettberg am Klo. „Die Besucherin, der Besucher, trifft hier auf Josef Hermes Phettberg Fenz, ein Ausstellungsstück... lesen


colette m. schmidt | mit der pferdekutsche ins 21. jahrhundert

Die Kinder der kanadischen mennoniten gehen eigene Wege

Die schönsten Sommer meiner Kindheit verbrachte ich in Kanada. Im Südosten von Kanada, um genau zu sein in der Provinz Ontario, unweit der großen Seenplatte, mitten drinnen im Flachland um meine Geburtsstadt Kitchener. Als ich ein Kind war, war für mich alles in Kanada größer, weiter, moderner - schlichtweg besser als in Europa! Moderner zumindest dann, wenn ich von einigen Begegnungen absah, die sich regelmäßig ereigneten - wie folge... lesen


martin ross | sparen wir uns das „sparen“

Anleger aller Länder enteignet Euch!

Ein Gespenst geht um in Europa - das Gespenst des Sparens. Alle Mächte des neuen Europa haben sich zu einem heiligen Hochamt zu Ehren dieses Gespenstes verbündet, die EU-Kommission und EU-Präsidentschaft, die Schröder und Schüssel, die Arbeits- und Flüchtlingsämter. Wo ist die Oppositionspartei, die nicht von ihren regierenden Gegnern als prasserisch verschrien worden wäre, wo die Partei, die den fortgeschritteneren Oppositionsleuten... lesen


thomas ernst brunnsteiner | tugendarbeitslosigkeit

oder vom Mann, der sich zu nichts mehr eignet

Jede Mühe, die über das Sorgetragen für Grundbedürfnisse - Essen, Wärme, Reinheit, Duldsamkeit - hinausgeht, nimmt mir immer öfter den Geschmack des Willkürlichen, des Unreinen und Entbehrlichen an. Zu Zeiten treiben mich materielle Sorge um, aber zu Zeiten bedarf es des Geldes gar nicht. Dann will ich nur meiner Herr werden - und dabei Knecht bleiben. „Warum“, frage ich mich, „weshalb, wozu mehr“, und ich finde in der Stille v... lesen


clemens berger | pferde, affen, lächeln

Anmerkungen zu Dressur und Tausch im Neoliberalismus

1. Das gestirnte Pferd und der manische Karren Um die zeitgenössische Kulturindustrie der Postmoderne, und um es ernster zu sagen: den zeitgenössischen Kapitalismus überhaupt besser zu verstehen, lohnt es sich, über ein Produkt jener Industrie nachzudenken, die durch uns in uns am Werke ist. Starmania, als die manisch-depressive Suche der Musikindustrie nach einem Zugpferd, das den Karren mit dem Sumpf aus dem Sumpf zu ziehen vermag... lesen


michael pand | inzucht

Vom Nutzen und Nachteil der Inzucht im österreichischen Kulturbetrieb

Inzucht ist Fortpflanzung unter nahen verwandten Lebewesen. Sie beschleunigt die Homozygotie, das Herauszüchten bestimmter Eigenschaften und hat in der Tier- und Pflanzenwelt von jeher „eine große Rolle gespielt“. Andererseits werden im real existierenden österreichischen Kulturbetrieb (ORF, Parlament, Kronen Zeitung) allgemein: im STANDARD generierender und gestikulierender Zeichensprachen auffällig oft die großen Rollen von Erben p... lesen


julius deutschbauer , gerhard spring | heineken statt heimaten

Eine ökumenische Bierandacht

JULIUS: Martin Luther sagt: ?Wer das Bierbrauen erfunden hat, der ist ein Unheil für Deutschland.? GERHARD: Nietzsche meint, der Geist der Deutschen werde durch Bier niedergehalten. JULIUS: Wie ist es eigentlich möglich, dass junge Männer wie wir, die den geistigen Zielen ihr Dasein weihen, nicht den ersten Instinkt der Geistigkeit, den Selbsterhaltungs-Instinkt des Geistes in sich fühlen - und Bier trinken? GERHARD: Wie viel Bier ist in... lesen


steinleneunerschranz | eigenschreibkraft???

eigen, ein artiges vorgeben; die gehens vor weise, um nicht ins holpern zu kommen (immer am plus der zeit)

das abgeschaffte jenseits bleibt aber agens und motor, + der rotor spältelt uns glatt spalten aus, während der denkbewegung, ins mitten raus (schmittenhöhe, schnitten aus dem tanztempel neben dran). erst das motto also, dann kommt die moral, lässt sichs auch wunderbar persilflieren; waschen und dabei alle 5 gänge probieren, ein säubern, lang + eilig, bis alle, denen das wort nicht schon in der klaviatur tastenbleibt, einen begriff davon... lesen


christian h. sötemann | die auflösung des eigenen im ontischen

Das Sein und sein Sein

Sowohl in der Wissenschaft wie auch im Alltagsleben werden Grenzen und Abgrenzungen immer wieder definiert und redefiniert. Ein wichtiger Teil dessen besteht in der Feststellung (explizit oder implizit), was davon „eigen“ ist und was nicht - d. h., was das untersuchte Phänomen in irgendeiner Weise als unterscheidbar von Anderem qualifiziert, und wo dieses nicht mehr gegeben ist, wo also Gemeinsamkeiten die Konstruktion übergeordneter Ka... lesen


robert hutter | das mit der richtigen körbchengröße

oder die Auflösung des Ontischen in den eigenen Dokumenten I

Eigene Dateien ist Ihr persönlicher Ordner. Er enthält zwei spezielle persönliche Ordner: Eigene Bilder und Eigene Musik. Sie können Ihre persönlichen Ordner allen Benutzern zur Verfügung stellen oder auch festlegen, dass die Ordner privat bleiben sollen, so dass nur Sie allein auf die in den Ordnern enthaltenen Dateien zugreifen können. […] Mithilfe von Windows-Explorer können Sie auf Ihre persönlichen Ordner sowie auf die Ordner... lesen


hannes luxbacher | mantra

Meine Dokumente Meine Dokumente ist Ihr persönliches Heft. Es enthält zwei spezialisierte persönliche Hefte, meine Abbildungen und meine Musik. Sie können Ihre persönlichen Hefte machen zugänglich für jeder, oder Sie können sie privat bilden, damit nur Sie die Akten innerhalb sie zugänglich machen können. […] Sie können Windows Forscher verwenden, um Ihre persönlichen Hefte oder die geteilten Dokumente, Musik zugänglich zu mach... lesen


werner schandor | unser kaffee

die auflösung des ontischen in den eigenen dokumenten III

Ihr persönliches Buch Ihr persönliches Buch ist meine Dokumente. Es enthält zwei spezialisierte persönliche Bücher, meine Abbildungen und meine Musik. Sie können Ihre persönlichen Bücher zugänglich bilden bis jedes, oder Sie können sie in privates bilden, damit nur Sie die zugängliche Akte zurückbringen können es. […] Sie können das Erkundigen von von Windows verwenden, um Ihre Bücher oder die geteilten Dokumente persönlich... lesen


hermann götz | schmatzen

oder die Wahrheit über die besitzanzeigenden Fürwörter

Persönliches Heft Ihr persönliches Heft ist meine Dokumente. Er enthält zwei spezialisierte persönliche Hefte, meine Illustrationen und meine Musik. Sie können Ihre persönlichen Hefte machen zugänglich jedem, oder Sie können sie in privat, damit nur Sie die Akte zurückgeben können zugänglich sie [...] Ihnen an Windows Forschungs- benutzen zu können um zugänglich Ihre persönlichen Hefte oder die geteilten Dokumente zu machen an M... lesen


andreas r. peternell | die nummer 1 vom wienerwald

oder Warum Bananen niemals FPÖ wählen

Murmansk. Nordwestliches Russland. 200 Kilometer nördlich des Polarkreises im Osten der Kola-Bucht. Dick gewandete Seeleute, Kriegswitwen und ehemalige Politbonzen stehen vor den Verkaufstheken des lokalen Einzelhandels. Mangel ist an diesem unwirtlichen Ort kein Fremdwort. Vor allem trockenes Birkenholz, Manner-Schnitten und Political Correctness sind nicht einmal am Schwarzmarkt käuflich erwerbbar. Sehr wohl jedoch erhältlich: Bananen! Und... lesen


andreas r. peternell , gudrun sommer | mein cola, dein cola

wenn die flasche zum kumpel wird

Was tun, wenn ein Getränkemulti das Rezept deines Lieblingsgetränks ändert? Einfach selbst brauen! So wie Uwe Lübbermann. schreibkraft traf den frischgebackenen Cola-Produzenten in Hamburg. Warum Afri-Cola? Uwe Lübbermann: Mein Leben war relativ bewegt: Ich war Maurer, Fliesenleger, Behindertenbetreuer, Barkeeper und bin Skateboard gefahren. Ich hatte wenig Schlaf und viel zu tun. Afri-Cola war immer dabei. Es war klein, hatte eine sch... lesen


martin erhart | der mikrokosmos auto

Das Blechbiotop als Psychotherapieersatz

Als Siegfried Marcus 1870 den ersten einfachen Wagen mit Benzinmotor entwickelte, wagte er nicht zu träumen, wie schnell sich das "Fahrzeug mit maschinellem Selbstantrieb" - wie er es nannte - in unserer Gesellschaft manifestieren sollte. Von der Vision ausgehend, die Mobilität des Menschen zu revolutionieren, ist die eigentliche Idee über sich hinausgewachsen. Marcus konnte nicht wissen, wie sehr das Auto den einzelnen Menschen, ja ganze... lesen



Literarische Texte

gisela müller | bauch zeigen

Nun bin ich inzwischen in ein Alter gekommen, in dem "auf eigenen Beinen zu stehen" gemeinhin das gleiche bedeutet wie Vier-, Sechs-, Acht- oder gar mehr Füßler zu sein. Kein Schritt bleibt fortan für sich allein. Immer hängt schon wer oder etwas daran: Ein ach so kleines klebriges Händchen, eine verführerisch süße Gewohnheit, ein anschwellendes Geschrei, eine lange Lebensspanne und die so große Verantwortlichkeit d... lesen


franzobel | eigenstiller

Es muss in den frühen achtziger Jahren gewesen sein, als sich mir ein Fußballspieler dieses Namens eingeprägt hat. Erinnere ich mich recht, hat er entweder bei Wacker Innsbruck, was passend erschiene, bei Casino Salzburg oder Admira Wacker gespielt. Sein Vorname war vielleicht Hans, Hans Eigenstiller. Ungefähr zur gleichen Zeit habe ich in einem Pornoheft einen Menschen in einer seltsamen, eigenwilligen Stellung entdeckt, die ic... lesen


| descubriendo suiza

"Warum rennen hier alle so?" Yona, denke ich mir, muss sich wie auf einem andern Planeten fühlen. Die einzigen, die ich in Kuba habe rennen sehen, waren Diebe auf der Flucht vor der Polizei. Nicht, dass ich auf ihre Frage eine Antwort gehabt hätte, schließlich verstehe ich auch nicht, was mich bereits im Flughafengebäude in Eilschritt verfallen lässt, und warum, kaum habe ich heimischen Boden betreten, ich bereits leicht gestresst auf m... lesen


martin ross | midlife crisis

Im Hotel. Spät abends am Gang. Niemand ist zu sehen. Die Lampen und die Notausgangslichter leuchten, am Boden liegt ein roter staubiger Teppichläufer. An den Wänden hängen Reproduktionen von Landschaften: Wälder, Seen, Wiesen. Plötzlich hört man jemanden eine Stiege heraufeilen. Es ist CONNY, die sich sehr beeilt, in ihr Zimmer zu kommen. CONNY, Mitte Zwanzig, trägt eine Art blauweiße Schuluniform und hat langes blondes Haar, das mit... lesen


harald ditlbacher | kodak

(Romanauszug)

Der Vater war eigentlich ganz angenehm. Er sagte nicht viel, er war nicht hysterisch, er war nicht übermäßig besorgt. Er verhielt sich ruhig und angemessen. Dr. Saluzzi hatte ihm gegenüber die Hoden nur am Rande erwähnt: Dr. Gertsen solle eine Kontrolluntersuchung durchführen, reine Routine, es gäbe keinerlei Verdachtsmomente in irgendeine Richtung, keinen Grund zu Beunruhigung, das entspräche absolut der üblichen... lesen


florian ranner | fahrtenbuch

Eigentlich fahre ich wirklich gerne Taxi. Doch, doch: Taxifahren ist etwas Besonderes. Nicht so, als würde man bei einem Freund mitfahren, oder Trampen, oder sonst irgendeine Art sich motorisiert fortzubewegen. Es hat diese Mischung aus Verruchtheit und Bequemlichkeit, Status und gesellschaftlicher Eleganz. Verstehen Sie, was ich meine?  Zum Beispiel eine schöne erfahrene Frau, so Mitte 40 im Pelzmantel und mit Minikostümchen... lesen


roland cresnar | der tag, an dem ich chancenlos war

Ich glaube, es war einer jener Tage, an denen ich nicht einmal erst aufstehen musste, um zu wissen, es war sinnlos. Ich könnte machen, was ich wollte, es würde mir nicht gelingen, das Kommende auch nur annähernd zu beeinflussen, geschweige denn nach meinem Willen zu gestalten. Also machte ich Frühstück und aß widerwillig die weichgekochten Eier eines seelenverwandten Huhns, schnitt einen Satz aus der Morgenzeitung heraus, den... lesen


erna holleis | im pfarrtor zwei parapluies

Aus- oder einfahrt straße hinauf hinunter adam oder eva hier ab gesperrte tür im tor auf längsseite loch im holzgatter durchsicht dick oder hell beides zugleich daß pflaumen vollkommen wären Auf rundbogen wappen mit hand mit ausgestrecktem bischofsmittelund zeigefinger ja gottes arm neben ziegeln rauher putz brüchiger aus dem nicht raucht kamin auch recht wenn es rauchte da Schönheit vollkommen k + m + b a... lesen



Rezensionen

liebe, tod und teufel

Der Tod des Mädchens mit den Schwefelhölzern von Zoran Feric präsentiert die kroatische Urlaubsinsel Rab einmal ganz anders

Zoran Feric: Der Tod des Mädchens mit den Schwefelhölzern. Aus dem Kroatischen von Klaus D. Olof.

Mit einem Begräbnis startet Zoran Ferics Roman, mit einer transsexuellen Leiche nimmt die Handlung ihren Lauf. Ein Kriminalfall auf einer bekannten kroatischen Insel, ein Hauch Grusel und die zumeist kaum jugendfreien Jugenderinnerungen des Protagonisten bilden die Zutaten. Höchst morbid das alles – und der Erzähler ist zu allem Überfluss Pathologe. Pointiert und mit viel schwarzem Humor serviert er eine ebenso liebenswerte wie b... lesen


zimmer mit aussicht

Das vielschichtige Prosadebüt des Salzburger Autors Johannes Gelich

Johannes Gelich: Die Spur des Bibliothekars. Novelle.

Ob man will oder nicht, wirkt man in unserer windschnittigen Zeit allein durch die Beschäftigung mit Büchern bald einmal suspekt. Der Bibliothekar Florian Servaes, Hauptfigur und Ich-Erzähler der Novelle Die Spur des Bibliothekars, will nicht. Als es in der Wiener Stadtbibliothek durch einen ehrgeizigen Vorgesetzten ungemütlich wird, lässt sich der übergewichtige, ambitionslose und desillusionierte Servaes wegbefördern. Er wird zum Lei... lesen


wiener porzellan

An dunklen Tagen muss man aus hellen Tassen trinken, meint Christoph Strolz in seinem Debütband

Christoph Strolz: AlltagsBrüche. Ein Logbuch.

Die Wiener Edition Doppelpunkt legt sichtlich kostengünstige, aber mit markantem Doppelpunkt-Logo auf schlichtem Kartongrund neuerdings sehr ansprechend gestaltete Bücher vor. Zuletzt erschien der Gedichtband Frostspanner von Joachim G. Hammer, das bereits dreizehnte Opus dieses zu wenig beachteten Grazer Lyrikers. Auch der 1960 geborene, heute in Wien lebende Germanist und Theologe Christoph Strolz ist Graz durch längeren Aufenthalt ver... lesen


zeit im blick I

Zwei Bücher, zwei erfreuliche Lesemomente

Hanno Millesi: Im Museum der Augenblicke.

Hanno Millesi legt mit seiner jüngsten Erzählung ein Werk vor, das elegant durch die Flure eines Museums moderner Kunst schlendert – die städtische Verankerung ist hier zwar Wien, lokalisiert könnte das Museum aber auch überall anders werden –, gleichzeitig den Plot für einen Kriminalroman entwirft, ohne diesen kriminalromanmäßig zu verfolgen, und schließlich fast selbstverständlich vollkommen offen bleibt und aufgeworfene Frage... lesen


zeit im blick II

Zwei Bücher, zwei erfreuliche Lesemomente

Daniel Wisser: Dopplergasse acht.

Ein anderes Blickfeld eröffnet sich in Daniel Wissers Romandebut Dopplergasse acht. Wunderschön als Roman in 45 Strophen untertitelt, zeigt dieser Titel schon an, wie die Reise durch die Dopplergasse stattfinden soll. Wisser, der in der schreibkraft bereits zu Recht als Herausgeber der Literaturzeitschrift Der Pudel gerühmt wurde (siehe Heft 7, heftig), hat mit Dopplergasse acht nicht nur eine Liebeserklärung an seine Wohnstraße geschrie... lesen


zwischen den stühlen I

Drei Bücher, viele Lesemöglichkeiten

Leopold Spoliti: mintex prosa.miniaturen.

Es gibt Filme, die befähigen dazu, potentielles Zielpublikum für Leopold Spolitis mintex prosa.miniaturen zu enttarnen: Filme, zusammengesetzt aus knappen, in sich ruhenden Sequenzen, aus unterkühlt montierten Bildern, die nicht sofort und nicht aus sich heraus auf eine Geschichte verweisen, die es da irgendwo zu rezipieren gäbe. Erst, wenn ihrer fünf bis zehn uns gegenwärtig sind, offenbaren sie sich als "Szenen" einer "Handlung", ohne... lesen


zwischen den stühlen II

Drei Bücher, viele Lesemöglichkeiten

Lukas Cejpek, Christoph Hauri: KANNEN FANGEN. Ein Skizzenbuch.

Ein Buch, ohne das die Menschheit sicher ebensogut weiterleben könnte, ist KANNEN FANGEN. Ein Skizzenbuch von Lukas Cejpek (Text) und Cristoph Hauri (Graphik), ebenfalls erschienen im fröhlichen wohnzimmer. Es ist unmotiviert, es hängt mitsamt seinem abstrusen Thema (Kannen [!] als solche und als Träger sozialer Rituale) völlig im luftleeren Raum herum (den nie ein sinnstiftendes Diskursfragment zuvor gesehen hat), es erschöpft sich üb... lesen


zwischen den stühlen III

Drei Bücher, viele Lesemöglichkeiten

Johannes Weinberger, Lukas Kollmer, Maria Edelsbrunner: autorenmorgen 01.

Underground – Ästhetik und Kunstliteratur Nun, zu guter (na ja?) Letzt muss ich mich anschicken, drei Autoren und einem Verlag gegenüber ungerecht zu sein, denen bzw. dem ich eigentlich und von Herzen suhrkampsche Verkaufszahlen und eine ebensolche Breitenrezeption wünsche. Ungerecht, denn die Anthologie Autorenmorgen 01 aus der edition LUFTSCHACHT, in der Johannes Weinberger, Lukas Kollmer und Maria Edelsbrunner unter der Herausgebersch... lesen