schreibkraft - Das Feuilletonmagazin

Menüpfad zur ausgedruckten Seite: Home ausgaben 02 - wiederkehr danke danke danke
Adresse: https://schreibkraft.adm.at/ausgaben/02-wiederkehr/danke-danke-danke

danke danke danke

werner schandor | danke danke danke

Wer sich in diesen Zeiten entschlossen hat, mit dem Kopf zu arbeiten, ohne ein Fußballer zu sein, ist Kummer gewohnt.- Helmut Qualtinger: Bei Blattlschluss ...

Nachdem unser letztes Editorial (Heft 1, weltenende) mit seinen verschlüsselten apokalyptischen Anspielungen nur von geübten Kryptographen entziffert werden konnte, stellen wir auf vielfachen Wunsch hier wieder einen graden Michel auf die Schiene: Willkommen beim Überlebenskunst-Magazin schreibkraft.

Den Großteil des Jahres verbrachten wir damit, ein Heft zu planen und auf das Eintreffen von Subventionen zu hoffen. Danke an alle Stellen, die uns nach mehr oder weniger zermürbendem Hin und Her doch Geld zur Verfügung oder zumindest in Aussicht stellten und damit diese Ausgabe ermöglichten: Die Kunstsektion im Bundeskanzleramt, die Stadt Graz und die Kulturabteilung des Landes Steiermark. Danke. Danke. Danke.

Wir meinen, das Geld ist gut angelegt, denn es gibt viel Positives zu vermelden:

1.) Das vorliegende Heft: Noch dicker. Noch spannender. Noch ... Doch dazu später.

2.) Der neue Vertrieb: Durch eine kongeniale Partnerschaft werden wir seit dieser Ausgabe vom Vertrieb der edition selene mitbetreut. Danke Alfred Goubran für diese Möglichkeit. Mögen uns die Abonnenten zufliegen! Die inhaltliche Unabhängigkeit der Redaktion bleibt natürlich gewahrt, und um sie gleich einmal zu testen, haben wir auf Seite 79 ein paar aktuelle edition selene-Titel anständig verrissen.

3.) Das Forum Stadtpark wird ohne uns umgebaut. Aus eigenem Entschluss sind wir aus dem Haus und aus dem Verein ausgezogen, um nunmehr unter dem Label UNART unser Unwesen zu treiben. An dieser Stelle sei niemandem gedankt.

4.) Graz 2003: Dem Programmkomitee schlugen wir vor, schreibkraft als begleitendes Feuilletonmagazin für das europäische Kulturjahr 2003 zu etablieren. Und siehe da: Unser Vorstoß stieß auf Wohlgefallen. Danke Wolfgang Lorenz, danke Gerhard Melzer! - Für uns das Klingelzeichen, die Ärmel weiterhin aufzukrempeln, wenn es an die Tasten geht. Wie dieses Mal, wo wir uns doppelt ins Zeug gelegt haben. Wiederkehr heißt der fast programmatische Titel der vorliegenden Doppelnummer. Noch spannender, noch gehaltvoller.

In den thematischen Beiträgen geht es um ewig reaktionäre Stimmungen in weihevoller Dichtung, um Wiederkehrendes in Sport und Kultur, um Filmremakes, das verlorene Paradies und Wiedergänger wie Vampire, Zombies und Goethe. Außerdem dokumentieren wir den Wiederaufbau der Grazer Synagoge und die versinkende Welt der Antiquariate. Der Autor Ralf B. Korte wünscht sich ein Wiedererwachen der Avantgarde. Der Kunsthistoriker und Sven Drühl erläutert, warum das klassische Konzept der Androgynität wieder auflebt. Und Stefan Schwar führt aus, warum das essayistische Werk Raoul Hausmanns es verdient, erneut wahrgenommen zu werden.

Wieder legt die schreibkraft in einem dicken Rezensionsteil ein Augenmerk auf die Produktion österreichischer Autorinnen und Autoren. Und wieder wurden literarische Schätze an die Redaktion herangetragen: Franzobel beglückt uns mit einem Rezept zu delikaten grünen Nüssen. Marc Adrian hat sich der Donald Duck-Rubrik Ich weiß mehr poetisch angenommen. Judith Fischer tastet nach den Möglichkeiten, den Krebsschritt in der Literatur zu etablieren. Und Friederike Mayröcker, deren Lyrik in unserem Heft von Bernhard Fetz gewürdigt wird, hat uns ein paar noch farbbandfeuchte Gedichte zur Verfügung gestellt. Danke an die Autorinnen und Autoren! Und Danke auch an Ingeborg Orthofer, die uns exklusiv aus dem Nachlass von Werner Schwab bislang unveröffentlichtes Material des Radikalpoeten zum Abdruck freigab. Da jubiliert das Germanistenherz, da freut sich die Redaktion!

Wir hoffen, dass dieser Überschwang ansteckt, und dass auch die sanften Neuerungen in Layout und Aufbau des Heftes zur höheren Erbauung unserer Leserinnen und Leser beitragen werden.