schreibkraft - Das Feuilletonmagazin

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Feuilleton der Ausgabe 02/03 - wiederkehr

hermann götz | jenseits vom anderswo: propheten, poeten, schreihälse

Ein Essay ist erschienen: vom Verlust der Metaphysik und dem Aufbruch in den virtuellen Raum. Hinter den hochtönenden Sätzen des Autors schwimmt uns ein breiter Strom Gegenwartsliteratur entgegen: von der Wiederkehr der Metaphysik und dem Ausbruch wütender Polemik wider den Cyberspace Es erheben sich Meister des gedruckten Wortes und stimmen ein zorniges Lied an gegen das Wuchern der Wörter im großen Netz. Dichter und Phi... lesen


hannes luxbacher | wer hat an der uhr gedreht?

Gedanken zu Wiederkehr/Wiederholung

Wiederkehr lässt sich die verschiedensten Namen geben, um unter den buntesten Legitimationen auftreten zu können. Jahreszeit zum Beispiel, oder Pastiche. Reden wir gar nicht erst von Postmoderne, schweigen wir von der ORF-Programmierung. Einsichtig ist, dass Wiederkehr mehrere Wesenszüge aufweist und je nach Quantität und zeitlichem Regelmaß einerseits kontinuierliche Wiederholung - etwa das Erde-um-die-Sonne-Spie... lesen


werner schandor | die verehrung des immer selben

Über die Transzendenz im Sport und anderswo

Von einem Grazer Geschäftsmann ist die Anekdote überliefert, er sei während einer Opernvorstellung eingeschlafen. Als der Schlussapplaus einsetzte und seine Frau ihn rüttelte, um ihn zu wecken, sei er von seinem Sitz aufgesprungen und hätte sich, zur Erheiterung der anderen Zuhörer und zur Schmach seiner Frau, mitten im Parkett schlaftrunken bekreuzigt. Mir geht es beim Besuch von Lesungen ähnlich. Ich sehe sie... lesen


jürgen plank | wiedergänger, vampire und bela lugosi

Geköpft, verbrannt und doch nicht umzubringen: Wiedergänger als Kehrseite des ewigen Lebens.

1997 war das Jahr der Vampire: 100 Jahre zuvor hat Bram Stoker seinen Roman Dracula veröffentlicht, zum 125. Mal jährt sich das Erscheinen der Vampirgeschichte Carmilla des irischen Autors Joseph Sheridan LeFanu, die ein wichtiger Einfluss für Stoker war. Auch feiert in diesem Jahr der berühmte Dracula-Darsteller Christopher Lee seinen fünfundsiebzigsten Geburtstag. Und ein ewig lebender Stoker wäre 150 Jahre alt gew... lesen


gudrun sommer | dekadenz und wiederholung

Über Remakes und das Leben in der Endloss

Remake ist ein schöner Begriff, ist ein dankbarer Begriff. Remake ist ein Begriff, der zu uns passt und den wir verdienen. Ist Remake überall? Am Anfang war Remake in den Fabriken und den Arbeitern, die sie verließen, als die Gebrüder Lumière sie dabei filmten, und das gleich mehrmals. Das Prinzip der Wiederholung war für den Film entdeckt, und Generationen von Cineasten und Fernsehjunkies sollten das noch zu sp... lesen


brigitte fuchs | paradise lost/regained

oder: Der Messias 1-7

Messias 1: Das himmlische Jerusalem Unter den bekanntesten Messiachim oder Erlösern der Weltgeschichte befindet sich Jesus, der Nazarener, auch: „Christus“. Jesus gilt als der Gegenspieler von Satan oder Leviathan; er ist der Stifter der christlichen Religion/en sowie einer Zeitrechnung, die gegenwärtig in der elektronischen Datenverarbeitung zu großen Komplikationen führt. Jesus wird manchmal als eine Reinkarn... lesen


colette m. schmidt | 60 jahre später

Über den Grundfesten der einstigen Grazer Synagoge entsteht eine neue. Im November 2000 soll sie eröffnet werden

„Am 13. Februar 1938, es war ein Samstag Abend, da kam ich aus dem Tempel heim und während des Nachtmahls öffnete meine Frau das Radio und da hörten wir, Schuschnigg sei in Berchtesgaden und werde morgen früh in Wien rückerwartet. Als ich das hörte, erhielt ich einen Schock und sagte:`finis Austriae´.“ Der Herr, der das Ende, das ziemlich genau einen Monat später eintraf, vorausahnte, war David Herzog, der... lesen


werner schandor | schöne alte welt der bücher

Stellvertretend für jene, die sich schon immer gefragt haben, was es in Antiquariaten eigentlich zu kaufen gibt, begab sich schreibkraft auf einen Streifzug in eine Welt von erlesenen Vermögenswerten

Am Anfang stand ein Missverständnis. Auf der Suche nach Hans Blumenbergs philosophischem Hit aus den 80ern, "Die Lesbarkeit der Welt", erntete ich in mehreren Grazer Antiquariaten nur ein bedauerndes Kopfschütteln. Ich ließ mich sogar in eine Kartei aufnehmen. Nach wenigen Wochen erreichte mich eine Karte: Das Buch sei nicht aufgetaucht. Wozu sind diese Antiquariate gut, fragte ich mich, wenn sie nicht einmal einem bibliomani... lesen


andreas r. peternell | wiederaufbau

Lettlands Wirtschaftssituation vor dem EU-Beitritt: Daten, Fakten, Geheimnisse

Um die Errungenschaften der Kollektivierung zu glorifizieren, die Moral zu stärken und gleichzeitig über den Mangel an funktionierenden Farbfernsehgeräten hinwegzutäuschen, erzählte man sich an den Lagerfeuern Lettlands einst folgende Geschichte: Als die Judäer vom Perserkönig Kyrus die Erlaubnis erhielten, nach Jerusalem zurückzukehren, dachten alle nur daran, ihr eigenes Heim aufzubauen und vernachlässigten dab... lesen


werner schandor | reprise: die verehrung des immer selben

„es is oiwei 1/2 8i“ - Attwenger

Wenn man darüber nachdenkt, was sich alles wiederholt, könnte einem ganz schwindlig werden. Ich habe versucht, eine Liste mit Dingen aufzustellen, die immer wiederkehren. Ich kam auf zwei Seiten, engst beschrieben. Dann merkte ich, dass ich natürliche Phänomene noch gar nicht berücksichtigt hatte: Die Tage, die Jahreszeiten, die Tage, das allgemeine Werden und Vergehen im sogenannten Kreislauf der Natur. Fürchterlic... lesen


andreas r. peternell | pansen, unlimited

Wiederverwertetes aus der sinnfreiesten Rubrik aller Zeiten

„Was sagst Du denn dazu?“ „Was soll ich schon sagen. Er hat ja nichts gesagt.“ So wunderschön klingen Dialoge nur mehr im Fernsehen. Im konkreten Beispiel (es stammt übrigens aus einer Folge des Alten) gut zu erkennen: klassische Errungenschaften des Strukturalismus. Die unbarmherzige Entmystifizierung der Sprache, die Konstruiertheit menschlicher Wahrnehmung und die Komplexität der Aussage. Das vage subjekt... lesen


sven drühl | androgynität in der gegenwartskunst

Wiederkehr eines antiken Ideals

1. Eine Einleitung Verfolgt man die unterschiedlichen Moden in Popkultur und bildender Kunst, so trifft man in letzter Zeit vielerorts verstärkt auf ein Thema, das teils direkt und teils wie nebenbei verhandelt wird: Androgynität. Unzählige Ausstellungen präsentieren Positionen der Gegenwartskunst, die sich auf unterschiedlichen Ebenen mit dem Thema auseinandersetzen, weshalb hier der Versuch einer systematischen V... lesen


ralf b. korte | anyway the wind blows

anmerkungen zum lüften von räumen und anderen thermischen fragen

1. von den rückspiegeln an den sturzhelmen der kulturtouristen beim abtreten auf der baustelle „avantgarde ist ein historisches wort. es riecht nach geschichte.“ (holger kube ventura 99) ob his oder her story, time is gonna say good bye in den auffangkurven vorm milleniumsrand: im rausch der abschiede, der vom rauschen der neuauflagen belagert wird, türmen sich die links zu den abgehakten dekaden. zwischen den... lesen


werner schandor | der underdog

schreibkraft besuchte den Schriftsteller Gabriel Loidolt in seinem Wohnungsquartier in Graz St. Peter, um mit ihm bei einem Haus-Espresso über Ignoranz, Bestseller und Vorstellungen von guter Literatur zu sprechen

Der Blätterwald des berühmten deutschen Feuilletons raschelte anerkennend mit den Zweigen, als Gabriel Loidolts Roman Hurensohn im Frühjahr 1998 im Alexander Fest Verlag in Berlin erschien. Die Geschichte des 20jährigen Sonderschülers Ozren, der glaubt, seine Mutter, eine Prostituierte, umgebracht zu haben, erhielt von der Kritik durchwegs gute Noten ausgestellt (siehe auch Heimo Mürzls Besprechung in schreibkraft... lesen


| man muss alles wissen. man weiss gar nichts. darum weiss man mehr

Zum essayistischen Werk Raoul Hausmanns

„Ich verkünde die dadaistische Welt! Ich verlache Wissenschaft und Kultur, diese elenden Sicherungen einer zum Tode verurteilten Gesellschaft.“ So beginnt Raoul Hausmann im Jahr 1919 sein Pamphlet gegen die Weimarische Lebensauffassung. Der offenbarungsreligiöse Charakter des Dadaismus und dessen prophetische Verkündung in den wenigen Jahren ab 1916 in Zürich, Paris und v. a. Berlin treffen das Lebensgefühl des i... lesen