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Literarische Texte der Ausgabe 07 - heftig

egyd gstättner | damals in aups

Einmal waren wir in Aups. Das waren glorreiche Zeiten! Denn nach Avignon, Arles oder Nîmes kommt jeder, wir aber kamen nach Aups! Alles war neu und aufregend und unberührt, und wir kannten damals in Aups noch keinen einzigen Aupser Troubadour, keine einzige Aupser Concierge und keine einzige Aupser Maîtresse, also setzten wir uns völlig auf uns allein gestellt und bloß mit unserem bisherigen Weltwissen ausgestattet an ein nachtk... lesen


christian loidl | der mit den schwarzen hörnern

nicht alles, was wie ein teufel aussieht, bewohnt notwendigerweise die hölle. der da bewohnt die gemütliche hölle, wo es den wein gibt: du hast einen verächtlichen zug um den mund. du waasd, wos se d leid eawoatn. du bediinsd des. es schaud eingdlich aa ned so füü dabei ausse. du iwalebsd hoed auf de oat. und de aundare höfdn fo dein gsichd is ee aufgrissn. do seeng ma duach in dein mund, duach de fasan fo dein fle... lesen


wolfgang pollanz | neue zähne für meinen bruder und mich

erinnerungen eines sanftmütigen

Mein Bruder und ich wir haben viel zu ertragen, keine Zähne im Maul & Geschwüre im Magen. Wir wollten den Mann nicht verletzen, wir brauchten das Geld, um unsere Zähne zu ersetzen. - Superpunk Schon meine Geburt war heftig. Meine Mutter hatte einen Geburtsdurchfall, und so kam es, dass ich auf der septischen Station zwischen Urin und Scheiße das Licht der Welt erblickte. Noch dazu hatte sich meine Nabelschnur so verheddert... lesen


herbert christian stöger | intensiv nachgeben

1.1 Heftiger Sex begleitete sie in den Morgen. Beide konnten bei den sommerlichen Temperaturen nicht schlafen. Sie hatte einige Videos besorgt. So stimuliert, befriedigten sie sich beim Anblick der Filme. Zuweilen auch gegenseitig, wenngleich sie nie zuvor miteinander geschlafen hatten, wie auch in dieser Nacht. Die Freundschaft ließ sie auch schlaflose Nächte teilen. Tisch wie Bett. Und dennoch keine Anwärter für den Eheschlu... lesen


christian loidl | einer kennt alles beim namen.

einer kennt alles beim namen. wo der ist, ist alles still. eine welt aus altem schlittenholz. eine nacht schlafen, und das haus steht nicht mehr. der himmel und die sterne sind ein tierfell, und auf dem fell liegst du, geboren zur sprache. lesen


christian loidl | zwei fische durchschwimmen

zwei fische durchschwimmen das meer in dieselbe richtung, in einem abstand, in dem sie einer den andern noch spüren. wir denken nicht nach. wir schwimmen jeder seine richtung. aber du, wenn du sie gleich- zeitig fließen siehst, kannst auf das muster schaun, das beide gemeinsam erzeugen. kannst einmal der eine, kannst auch der andre sein.   lesen


christian loidl | da hat einer eine

da hat einer eine koptische mütze auf, eine zylindrische hülse überm gesicht: das starr-dastehn, wenn plötzlich die tiere aus dir herausrennen, wie wenn ein mann seinen hut zieht, und eine spinne läuft ihm übers gesicht herunter und verschwindet im kragen, und er hat nichts bemerkt außer daß er gerade diese dame gegrüßt hat. ich bin starr gestanden, dann steh ich weich. ich... lesen


christian loidl | du rauchst und hast einen bart wie ein teufel

du rauchst und hast einen bart wie ein teufel. dein gesicht ist geformt wie ein mandelkern, aber spitz nach oben und auch nach unten. hast du versucht, böses zu tun? du hast wärme um den mund herum und hast ein langes, starkes kinn. nimm die leute, laß sie hinein in deinen kopf. laß sie flüssig werden, daß sie dein gesicht annehmen und aus deinen augen herausschaun und mit deinen hörnern die... lesen