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Feuilleton der Ausgabe 08 - fetzen

hermann götz | wer will schon eine null sein?

(Selbst-)kritisch streitbare Meinungen zum öffentlichen Streiten und Meinung Machen Warum ist political correctness so passé? Warum überhaupt will niemand korrekt sein? Oder gar konformistisch? Eine Klärung rhetorischer Fragen: Die Bedrohung des Individuums in Zeiten der kollektiven Individualität zeigt Folgen. Die Ich-Sucht sucht Spielflächen. Eine davon: Die Illusion der eigenen Meinung. Das Gegen-den-Strom-Schwimmen - ein Leistungssp... lesen


peter paul wiplinger | die vertreibung der kärntner slowenen

Die „Aussiedlung“ ging binnen zweier Tage von statten. Die Wiedergutmachung lässt seit 60 Jahren auf sich warten Am frühen Morgen des 14. April 1942 drangen Einheiten des Reservepolizeibataillons 171 bis zu den entlegensten Gehöften von Kärntner-slowenischen Bauernfamilien vor und erfüllten den Einsatzbefehl der Dienststelle des RKFDV (Reichskommissar für die Festigung deutschen Volkstums), der die Deportation von ca... lesen


egon christian leitner | nebelscheinwerfer

Damit Sie wissen, wovon Sie reden, wenn Sie „Neoliberalismus“ sagen. Und warum Sie nichts Nennenswertes gegen diesen unternehmen Bourdieus et aliorum Das Elend der Welt ist bewerkstelligt worden, damit entsetzliche, entsetzte Menschen einander ohne Unterlass mitten im angeblich banalen Alltag – welcher angeblich unter einigermaßen erwachsenen Menschen durchaus zumutbar ist und aufgebrachter, enttäuschter, weinerlicher Rede angeblic... lesen


hannes luxbacher | schmachtfetzen

Love is in the Air An den Orten, wo Musik mehr als sonst eindringt, wo es zwischen Gefühlsduselei und hehrem Pathos nur ein kleiner Grat ist, der zu beschreiben und beschreiten kaum möglich ist, dort kommt eine Bezeichnung ins Spiel, die Missverständnisse produziert wie Politik: Schmachtfetzen. Das eigentümliche Wesen der Schmachtfetzen besteht darin, dass sie unabhängig von jeder ansonsten präferierten musikalischen Neigung keine... lesen


anna schober | der fetzenball

Von der Mutation neuester Mode zum Putzutensil Der Abwaschfetzen liegt am Rand des Waschbeckens: ein halbes altes Kinderunterhemd, graubraun schon, vom steten Gebrauch, immer feucht und gewohnt, Töpfe genauso auszuwischen wie die Herdoberfläche abzustauben oder die Tischplatte zu säubern. Irgendwann wird er weggeschmissen und die andere Hälfte des Kinderunterhemdes in Gebrauch genommen werden. Aber dazu kommt es nicht mehr. Mit spitzen... lesen


martin büsser | anleitung zum konformismus

Vom Rechtsruck in der Popkultur

Als mein Buch Wie klingt die Neue Mitte? im Herbst 2001 erschien, hätte das auch leicht als Etikettenschwindel ausgelegt werden können. „Rechte und reaktionäre Tendenzen in der Popmusik“ lautete der Untertitel, doch die offen rechten Bands, deren Tonträger in der Regel verboten oder indiziert sind, werden darin nicht behandelt. Der Begriff „Neue Mitte“ deutet es schon an: Mich hat vielmehr interessiert, wie rechte und reaktionäre... lesen


hans fraeulin | wer war der fetzer?

Über den Kölner Räuberhauptmann des 18. Jahrhunderts Bei der Durchsicht der eingegangenen elektrischen Post, die ich noch nicht beantwortet habe, stoße ich gerade auf eine Mail, die Martin Krusche an mich und andere weitergeleitet hat: schreibkraft wünscht Beiträge zum Thema Fetzen, heute Redaktionsschluss. Es bleibt mir daher nicht viel Zeit, die Frage zu beantworten: Wer war der Fetzer? Der Fetzer hieß mit bürgerlichem N... lesen


thomas ernst | tic-tac, pip-pop

Verabschiedung eines literarischen Trends mit gerade mal zwei Gedanken I Wo sind wir denn dran? Heute kriegen wir die Popliteratur. Also, was ist die Popliteratur? Da stellen wir uns ganz dumm. Und dann sagen wir so: Die Popliteratur, das ist ein großes schwarzes Begriffsloch, das saugt alles ein, was jung ist und hipt und hopt und popt, bis alles zu einem bunten Püree geworden ist. Denn wenn das Lesen bei Ihnen mal schnell gehen... lesen


werner schandor | gegen die herrenreiter des feuilletons

Und über die Unmöglichkeit der Freundschaft zwischen Kritikern und Dichtern – Interview mit dem Grazer Kulturjournalisten Werner Krause Er gilt als „Edelfeder“ der auflagenstärksten Tageszeitung in Südösterreich. Seine Theater- und Literaturkritiken können ebenso geistreich und unterhaltsam sein wie die ironischen Sportglossen, mit denen er alle vier Jahre die Fußballweltmeisterschaften kommentiert. Werner Krause zei... lesen


victoria reinberg | wortfetzen

Resteverwertung aus dem sorgfältig vernähten Gewand des Hochdeutschen   ‚Pfiati’. Ein Fetzerl von ‚Gott behüte dich’. Zusammengeknüllt in Konsonanten und vokalisch bestückt. Ein Segenswunsch, der aus ökonomischen Gründen zerfetzt und komprimiert wurde. Da Worte je nach Länge mit mehr oder weniger Luftaufwand aus dem Mund gestoßen werden, verbraucht Atemholen in einem Gespräch oft unnötig Energie. Im Wunsch dies... lesen


karl hofbauer | fetzenschubladen

1. Preis des Trinkgeschichtenwettbewerbs der "schreibkraft" "Erzählen Sie uns von Ihrem schlimmsten Fetzen." Dieser unlängst in meiner Mailbox erschienenen Aufforderung konnte ich aufgrund einer in der Natur der Sache liegenden Unmöglichkeit leider nicht nachkommen. Ein Fetzen, an den ich mich erinnern kann und von dem ich demzufolge etwas zu erzählen weiß, so ein im Gedächtnis haften gebliebenes Räuscherl, kann nie und nimmer mein... lesen