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Rezensionen der Ausgabe 10 - eigen

liebe, tod und teufel

Der Tod des Mädchens mit den Schwefelhölzern von Zoran Feric präsentiert die kroatische Urlaubsinsel Rab einmal ganz anders

Zoran Feric: Der Tod des Mädchens mit den Schwefelhölzern. Aus dem Kroatischen von Klaus D. Olof.

Mit einem Begräbnis startet Zoran Ferics Roman, mit einer transsexuellen Leiche nimmt die Handlung ihren Lauf. Ein Kriminalfall auf einer bekannten kroatischen Insel, ein Hauch Grusel und die zumeist kaum jugendfreien Jugenderinnerungen des Protagonisten bilden die Zutaten. Höchst morbid das alles – und der Erzähler ist zu allem Überfluss Pathologe. Pointiert und mit viel schwarzem Humor serviert er eine ebenso liebenswerte wie b... lesen


zimmer mit aussicht

Das vielschichtige Prosadebüt des Salzburger Autors Johannes Gelich

Johannes Gelich: Die Spur des Bibliothekars. Novelle.

Ob man will oder nicht, wirkt man in unserer windschnittigen Zeit allein durch die Beschäftigung mit Büchern bald einmal suspekt. Der Bibliothekar Florian Servaes, Hauptfigur und Ich-Erzähler der Novelle Die Spur des Bibliothekars, will nicht. Als es in der Wiener Stadtbibliothek durch einen ehrgeizigen Vorgesetzten ungemütlich wird, lässt sich der übergewichtige, ambitionslose und desillusionierte Servaes wegbefördern. Er wird zum Lei... lesen


wiener porzellan

An dunklen Tagen muss man aus hellen Tassen trinken, meint Christoph Strolz in seinem Debütband

Christoph Strolz: AlltagsBrüche. Ein Logbuch.

Die Wiener Edition Doppelpunkt legt sichtlich kostengünstige, aber mit markantem Doppelpunkt-Logo auf schlichtem Kartongrund neuerdings sehr ansprechend gestaltete Bücher vor. Zuletzt erschien der Gedichtband Frostspanner von Joachim G. Hammer, das bereits dreizehnte Opus dieses zu wenig beachteten Grazer Lyrikers. Auch der 1960 geborene, heute in Wien lebende Germanist und Theologe Christoph Strolz ist Graz durch längeren Aufenthalt ver... lesen


zeit im blick I

Zwei Bücher, zwei erfreuliche Lesemomente

Hanno Millesi: Im Museum der Augenblicke.

Hanno Millesi legt mit seiner jüngsten Erzählung ein Werk vor, das elegant durch die Flure eines Museums moderner Kunst schlendert – die städtische Verankerung ist hier zwar Wien, lokalisiert könnte das Museum aber auch überall anders werden –, gleichzeitig den Plot für einen Kriminalroman entwirft, ohne diesen kriminalromanmäßig zu verfolgen, und schließlich fast selbstverständlich vollkommen offen bleibt und aufgeworfene Frage... lesen


zeit im blick II

Zwei Bücher, zwei erfreuliche Lesemomente

Daniel Wisser: Dopplergasse acht.

Ein anderes Blickfeld eröffnet sich in Daniel Wissers Romandebut Dopplergasse acht. Wunderschön als Roman in 45 Strophen untertitelt, zeigt dieser Titel schon an, wie die Reise durch die Dopplergasse stattfinden soll. Wisser, der in der schreibkraft bereits zu Recht als Herausgeber der Literaturzeitschrift Der Pudel gerühmt wurde (siehe Heft 7, heftig), hat mit Dopplergasse acht nicht nur eine Liebeserklärung an seine Wohnstraße geschrie... lesen


zwischen den stühlen I

Drei Bücher, viele Lesemöglichkeiten

Leopold Spoliti: mintex prosa.miniaturen.

Es gibt Filme, die befähigen dazu, potentielles Zielpublikum für Leopold Spolitis mintex prosa.miniaturen zu enttarnen: Filme, zusammengesetzt aus knappen, in sich ruhenden Sequenzen, aus unterkühlt montierten Bildern, die nicht sofort und nicht aus sich heraus auf eine Geschichte verweisen, die es da irgendwo zu rezipieren gäbe. Erst, wenn ihrer fünf bis zehn uns gegenwärtig sind, offenbaren sie sich als "Szenen" einer "Handlung", ohne... lesen


zwischen den stühlen II

Drei Bücher, viele Lesemöglichkeiten

Lukas Cejpek, Christoph Hauri: KANNEN FANGEN. Ein Skizzenbuch.

Ein Buch, ohne das die Menschheit sicher ebensogut weiterleben könnte, ist KANNEN FANGEN. Ein Skizzenbuch von Lukas Cejpek (Text) und Cristoph Hauri (Graphik), ebenfalls erschienen im fröhlichen wohnzimmer. Es ist unmotiviert, es hängt mitsamt seinem abstrusen Thema (Kannen [!] als solche und als Träger sozialer Rituale) völlig im luftleeren Raum herum (den nie ein sinnstiftendes Diskursfragment zuvor gesehen hat), es erschöpft sich üb... lesen


zwischen den stühlen III

Drei Bücher, viele Lesemöglichkeiten

Johannes Weinberger, Lukas Kollmer, Maria Edelsbrunner: autorenmorgen 01.

Underground – Ästhetik und Kunstliteratur Nun, zu guter (na ja?) Letzt muss ich mich anschicken, drei Autoren und einem Verlag gegenüber ungerecht zu sein, denen bzw. dem ich eigentlich und von Herzen suhrkampsche Verkaufszahlen und eine ebensolche Breitenrezeption wünsche. Ungerecht, denn die Anthologie Autorenmorgen 01 aus der edition LUFTSCHACHT, in der Johannes Weinberger, Lukas Kollmer und Maria Edelsbrunner unter der Herausgebersch... lesen