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schmatzen

hermann götz | schmatzen

oder die Wahrheit über die besitzanzeigenden Fürwörter

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Deutsche Übersetzung ins Französische und retour

die auflösung des ontischen ... IV
Seit meinem Auszug aus dem elterlichen Eigenheim ist meine Person mit rasant zunehmender Häufigkeit zu Possessivpronomen in Beziehung getreten. Die letzten - sagen wir - zehn Jahre waren ein einziger Aneignungsprozess. Mein erstes eigenes Zimmer, mein erster eigener Telefonanschluss, meine erste eigene E-Mailadresse, mein erster eigener Computer, mein erster eigener Zeitungsartikel usw. usw. usf. Als ich auszog mein eigenes Ding zu drehen - oder wie immer wir das nennen wollen - war der einzige Gegenstand in meinem Besitz, der mehr als 1.000 ATS. auf die Goldwaage brachte, ein Musikinstrument. Mittlerweile habe ich drei davon und spiele nur mehr CDs. Auf meiner ersten eigenen Stereoanlage.
Als ich auszog, war mein großes Kapital meine Zeit. Die nahezu unendliche Menge an unerfüllter Zeit, die ich noch vor mir hatte: Meine Zukunft. Mittlerweile teile ich meine Wohnung, mein Bett, meine Stereoanlage, meinen Computer und meinen Telefonanschluss und nicht zuletzt meine Zeit mit meiner wundervollen Freundin und unseren Kindern. Insofern erscheint meine Zukunft schon jetzt sehr erfüllt.
Manchmal stellt sich natürlich die Frage, was einem bei soviel Possessivpronomen wirklich noch selbst gehört. Die Antwort ist denkbar einfach: Nur das, was die Meinen nicht (haben) mögen. Zum Beispiel meine Jazz CDs. Lege ich die ein, bin ich ganz bestimmt der einzige, der seine Freude hat. Ein Stückchen Genuss, ein Stückchen Geschmack ganz allein für mich. Oder meine Passion für Blutwürste, Schweinsnieren und Hühnerleber. Oder mein Schmatzen. So ein ganz spezifisches Schmatzen, das nicht einmal meine eigenen entzückenden Kinder zustande bringen. Wenn ich so beim Abendessen sitze, kaue und schlucke, dann spüre ich, wie mein ganz eigener Schmatzraum um mich entsteht, den niemand mit mir teilen möchte, ein unangefochtenes Solo in Essgeräuschen. Manchmal muss man eben sein eigenes Ding drehen.