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Die Relevanz, keine Fragen zu stellen

roland steiner | Die Relevanz, keine Fragen zu stellen

Luther sitzt in der Welt auf Sand, der per definitionem porösen. Luther, es riecht nach Mimosen, ruf an. Skandinavisches Institut für Vergleichenden Vandalismus, Sie sprechen mit Jørge Nash, was kann ich für Sie tun? Wenn Fragen von 100 Bürgern im spanischen Fernsehen einen Quoten-, also Zitatenrekord bieten und der Premier dabei vorbestimmt strauchelt, wenn die Porta Aperta in der italienischen Grotesken Telerevision auf die Spitze treibt, dass Medien sich um Medien, also uns, drehen und solche gebären, wenn die neue österreichische Intendanz den Club als Männerrunde hier und Frauenrunde da hochfährt, Politiker-Chats Myriaden an deutungsanämischen Posten bedeuten und die ersten Brand Master der spitzen Politik tagebüchern lassen, Antworten über Antworten ... was antworten Sie?

Dass die Relevanz -
Endlich ist die Anarchie dort angelangt, wo sie herzlich hingehört, in der Situationskomik. Das Zweite ist der Anarcho-Kracher, Mitten im Achten (Leben) wird der familiäre Penetreur der nächsten zwei Jahre, im Österreichischen Rundfunk und geringeren Medien, die „Welt“ wird folgen und zumindest jeder Eineinhalbte wird ein Anarchie-Leibchen am Leibe wie im Bette tragen, „Ground 69“ wird ATTAC. Der Film-Drehort, die seriellen Stars Ostergottheiten und Freistadt Christiana eine museale Galaxis.

Haben Sie Fragen zu unseren Praktiken?
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Endlich ist die Konzeptkunst dort angelangt, wo sie herzlich hingehört, in der Kreativ-Industrie. Die Bodenschätzchenindustrien werden brachen und umgewandelt in Konzeptgenerierungstempel, in denen man am Leben der vierhundert Tausenden Akademiemitglieder teilhaben resp. Anteilscheine an rumänischen Pensionsvorsorge- Fonds, die den ökokonstruktiven Überbau sponsern, erwerben kann.

Haben Sie Fragen zu unseren Techniken?
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Endlich ist die Philosophie dort angelangt, wo sie herzlich hingehört, im Telegen. Alle Philosophen werden Franchise-Unternehmer, deren Glückskäfergedanken-Thekenratio Mc D. zuzusperren veranlassen, der Umsatz wird das Bruttonationalprodukt von Europe Man U United übersteigen und neue Leitwährung, also Leitmedium der Globalität vg. Dorfkultur.

Haben Sie Fragen zu unseren Arbeiten?
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Endlich ist die Arbeitswürde angelangt, wo sie herzlich hingehört, in der ethischen Universität. Nachdem beschlossen wurde, dass lebenslanges Lernen kein Schlagwort, sondern implantierte Alliteration zu sein hat, nach der Jedermann sprechen soll, also jeder Wirtschaftsinformatik-Professor geworden ist und keine Hand mehr Bodenleichen verarbeiten muss, weil wir mit virtuellen Makro-Prozessoren zahlen und heizen wie lieben, können die Bibliothekeninhalte als Dämm-, und den unterwürfigen Weltenraumgeschwistern als Vorzeigematerial unsere unitären Urbanismen zieren.

Haben Sie Fragen zu unseren Büchern?

Endlich ist die Literatur angelangt, wo sie herzlich hingehört, in den Heimgeschichtenwäldern. H. wird auf interaktiven Wunsch serbische Saunen erklären, Kracht tibetische Pflaumentinte rühren, Hou. endlich der einzige artige Reiseführer und „Österreich“ kann zwischen den Vorhangherstellern Franzen, Franz von Heller oder Assisi wählen, jeder Tag ein Bedürfnis reinigendes Po-Slambad.

Haben Sie überhaupt Fragen?

Endlich sind die Fragen dort angelangt, wo sie herzlich hingehören, in der Fernbedienung. Nachdem beschlossen wurde, dass wir, operational geschlossene Systeme, die nur dank Medien einem medizinisch unrentablen Solipsismus entkommen, uns die Realitäten je aktiv bewusst widerständig aneignen, kann zur intelligent desiskTortengnierten Abfolge von konstruierten Situationen übergegangen werden. Der unspektakuläre, weil zweisilbige Preis des Alfred N. wird in Ernst von Glasersfeld- Preis unbenannt und auf 300 Milliarden Rupien aufgestockt.

Hören Sie mich, Luther, hier Nash, wo sind Sie und was wollen Sie?

Statt der Sonntags-Krone und der Kaiser-Tracht wird es als Hüte tragbare Taschen voll Anleitungen zum sich zu Tode Herzschießen von Hegel, Debord und Negri geben, nur für kurze Zeit, dann wird anderes verschenkt, autoprothetische Mobile zum Selbstaufblasen, z. B. Sie, die diese in der Tat sächlich wertlosen Satzschwingen wahrnehmen (nichts ist wahr), haben entweder selbst in der Frage-Industrie gearbeitet oder kennen jemanden, Freundin oder Enkel, bekannt Bekannten oder Chef. Die Frage-Industrie umfasst Marktforschung, also Journalismus, Promotion, also Meinungswissenschaften, Regierungs-, also Nicht-Regierungsorganisationenwerbung, Öffentliche Relationen, also Star-Gewerbe, kurz: Sie und alle anderen. „Obwohl mehr als 80% von ihnen aus Bevölkerungsschichten stammen, deren Einkommen das eines Arbeiters übersteigt, verfügen 90% von ihnen über weniger Mittel als der einfachste Lohnempfänger.“ Sozialwissenschafter und andere Kreativindustrielle, Statistiker-Models und PRiester gebären solch Daten ohne Schmerzen tagtäglich, um prognostisch Abhilfe zu schaffen der Welten Nulllohn, die einstigen wie heutigen Stundenkräfte aber wüssten und übertrieben, wie aus Daten (Aufträgen) Fakten (Ergebnisse) werden. Im Elend der lebenslangen Schülerschaften sich trotz Mobilitätsgebot immobil Bewegende zittern noch vor Ausrutschern mit dem Computer Assisted Telephone Interview – Joker, zuvor angerissene kurz befristete Studierende haspeln da drüber und alle, inklusive der Kanzler und Doktoren (exklusive der kranken), wissen, dass nicht jedes sich auffächernde Torten wurfdiagramm für bar, gar bange machend zu nehmen ist, trau keinem über 30 Grafiken.

Worum geht’s hier eigentlich?

Die Affirmationsanarchie ist endlich dort angekommen, wo sie herzlich hingehört, in der Sit-Com Int. Und was befähigt Sie, das - „studentische Elend steht noch unterhalb des Elends der Gesellschaft des Spektakels, unter dem neuen Elend des neuen Proletariats.“ Aber sind Sie denn ..., haben Sie eine - „Gefälligkeit gegenüber jedem Elend, seine ungesunde Neigung, glückselig die Entfremdung zu konsumieren in der Hoffnung, angesichts allgemeinen Mangels an Interesse das Interesse auf seinen besonderen Mangel zu lenken.“

Geht’s um Autonomie?
Es geht um nichts. Luther, lass es sprechen. Wir haben den first controller und den official controller, erster kontrolliert die Fragen, der offizielle lässt abhören. Die Ausbildung zum Inbound dauert vier Monate, und in einem halben Jahr heißt es outbounden. Jedenfalls sind die official controllers sehr unhappy, wenn sie Konjunktive hören, Konjunktive sind tabu wie Liebesfragen. Wir sollen immer mit sanften Imperativen hantieren, sodass die Anrufer kapierten, was sie zu tun haben mit den Tabs und Pearls und den Decoder- Weltkabeln, den Entschlüsselungskarten, Banken und den allerorten hin
tragbaren Kameras, Mikros und Fragebatterien, dann schwärmen sie wieder aus und penetrieren oder waschen mich leer.

Das klingt nach Religion ..., eine neue?

Am 9. April 1950 verkündete Serge Berna das Evangelium: „Heute, am Ostersonntag des heiligen Jahres, hier im Zeichen der Basilika der Notre Dame de Paris klage ich die universelle katholische Kirche an, des tödlichen Missbrauchs unserer lebendigen Kräfte für einen leeren Himmel, klage ich die Kirche der Schwindelei an, klage ich die katholische Kirche an, die Welt mit ihrer moralischen Leiche zu verpesten, das Krebsgeschwür des zerfallenen Okzidents zu sein. In Wirklichkeit, sage ich euch: Gott ist tot! Uns kotzt die röchelnde Seichtheit eurer Predigten an, denn eure Predigten sind der schmierige
Dünger für die Kriegsfelder Europas. Geht hinaus in die tragische Wüste, die herrliche Erde, auf der Gott tot ist, und mischt von neuem die Erde mit euren nackten Händen, euren Händen des Stolzes, euren Händen ohne Gebete. Heute, am Ostersonntag des heiligen Jahres, hier im Zeichen der Basilika der Notre Dame de Paris erklären wir den Tod des Christengottes, um endlich den Menschen leben zu lassen.“

Das wirft Fragen auf, oder?

Die Fragen sind angelangt, wo sieherzlos hinhören, in den alltäglichen Tatsachen.

Und die Liebe?

http://www.arnongrunberg.com/en/index.html