schreibkraft - Das Feuilletonmagazin

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Feuilleton der Ausgabe 15 - noch fragen?

ann cotten | sind sie ein gedicht?

Ann Cottens existenzieller Fragebogen

1) Halten Sie sich etwas auf Ihre Schönheit zugute? a) Ja, natürlich. Sie wurde mir auch vielfach bestätigt. b) Selbstverständlich irgendwie, aber die Konstruktion ist mir wichtiger. c) [Nimmt eine Schere und zerkratzt das Gesicht, schreit dabei:] Innere Werte! Innere Werte! d) [gähnt und wälzt sich auf die andere Seite] Ja gepflegt sollte man schon sein. 2) Was denken Sie über Zeilenumbrüche? a) Nerven unglaublich. Am liebsten w... lesen


anne peters | bin ich schwanger? bin ich schwul?

Über das Wesen indiskreter Fragen und die Unmöglichkeit, sie gesetzlich in den Griff zu bekommen

Fragen sind niemals indiskret. Antworten bisweilen schon. Oscar Wilde Ein Glück für den, der sich von Fragen nicht einfangen lässt, ihnen gelassen gegenübertritt und selbst abwägt, ob er durch seine Antwort eine indiskrete Situation entstehen lässt. Er kann alle Fragen zulassen, ohne sich einzulassen. Gelassen kann also derjenige sein, der, dem Zitat Oscar Wildes folgend, glaubt, mit seiner Antwort Distanz zur Frage schaffen zu k... lesen


katharina körting | bungee-jumping mit christiansen

Vom Kitzel, sich völlig zu veräußern

Ich glaube nicht an das Individuum. Ich weiß, dass das ketzerisch ist, in dieser gottlosen Zeit, aber Individualismus ist etwas für die anderen. So wie Risikosportarten, Fun-Food oder Christiansen. Neulich ist ein komischer Kauz aufgetreten, ein Rentner  der sein Leben lang hart gearbeitet hat. Der Mann hat seine gesamte Erbschaft einer kauzigen marxistischen Splitterpartei gespendet – ohne Bedingungen! –, und ihm verdankt Christia... lesen


helga pankratz | mfaq

Jetzt steht es endlich in der Zeitung

Ich weiß jetzt nicht: Ob ich Ihnen das schon erzählt habe? Ich hab’ es im Lauf des Jahres 2006 so oft erzählt! Fast immer, wenn ich gefragt wurde: „Was machst du so?” Oder: „Wie geht’s dir?” Oder: „Wo treibst du dich denn herum? – Man sieht dich fast nie!” Ob mündlich oder schriftlich, ob am Telefon oder per E-Mail habe ich es auf Fragen dieser Art erzählt. Sodass ich fast glauben könnte, es müsste inzwischen ha... lesen


parviz amoghli | leben wir in einer vormoralischen zeit?

Das Ende der bürgerlichen Moral

Egal ob Integration, Killerspiele, Komasaufen, Klimaschutz, Familien- und Gesundheitspolitik, Managergehälter oder Nothilfemissbrauch – in der Regel dauert es nicht lange und ein Diskutant beruft sich auf die Moral, womit der Zeitpunkt erreicht ist, ab dem es nicht mehr lohnt, sich an einer Debatte, sei es öffentlich oder privat, zu beteiligen. Wie will man auch vernünftig über einen Sachverhalt sprechen, wenn der Widerrede der Makel de... lesen


brigitte radl | widerstand zwecklos!

Unbemerkt fasst es uns, unbemerkt hält es uns, unbemerkt täuscht es uns

Ein Rätsel Es ist weder farbig noch grau, weder groß noch klein, auch nicht flauschig oder kratzig. Es kann nicht fliegen, ist niemandes Freund und bekommt auch keinen Durst, wenn der Regen für längere Zeit ausbleibt. Meistens ist es stur und kümmert sich nicht darum, was die anderen wollen – ein Egoist sozusagen. Manche Leute nennen es sogar einen Nihilisten. In meinem Fall trifft das wahrscheinlich zu, denn egal was ich tue, es hat i... lesen


georg marko | offen gesagt, verschlossen gemeint

Neun mittelschwere bis schwere Fragen zum Thema Pornographie und Explizitheit

1. … absolutely explicit sex – absolut expliziter Sex: So und ähnlich wird Pornographie einschlägig beworben. Was heißt „explizit“ hier? Explizitheit ist eine heterogene Ansammlung von sich teilweise überlappenden Eigenschaften, die der Pornographie zugeschrieben werden. Es gibt sicher Unterschiede zwischen (vornehmlich) visueller und textueller Pornographie, aber grundsätzlich lassen sich die besagten Eigenschaften an beiden For... lesen


ilona kästner | träumst du schon oder lebst du noch?

Gerade der Tod stellt Fragen. Träumt sich unser Bewusstsein nach dem Sterben einfach weiter fort?

„Es hat keinen Sinn, es zu versuchen“, sagte Alice. Man kann nicht an das Unmögliche glauben.“ „Ich wage zu behaupten, dass du darin nicht viel Übung hast. Als ich in deinem Alter war, habe ich es immer für eineinhalb Stunden getan. Manchmal habe ich an sechs unmögliche Dinge noch vor dem Frühstück geglaubt.“  Lewis Carroll Unter den vielen, vielen Fragen die uns das Leben täglich stellt, gibt es einige Fragen, di... lesen


alexandra rollett | ei o-e i ei?

Der Rest ist Schweigen

Aber ab wann kann man von einem solchen Rest sprechen? Wo beginnt und wo endet er? Und warum sollte gerade für mich dieser Rest alles gewesen sein? Ich muss jetzt auf jeden Fall reden. Weil andere das einfach zu oft tun. Noch dazu coram publico, im Rampenlicht und immer zu die gleiche Leier. Denn mal ehrlich: Sein oder Nichtsein – kann irgendjemand diese Frage noch hören? Hollywoodlegenden wie Ralph Fiennes murmeln sie hinter der Bühn... lesen


julian blunk | text und gegentext

Ein Hoch auf den Ähnlichkeitsfilter

... nachzulesen in schreibkraft, Heft 15, "noch fragen?" lesen


martin gasser | google und die letzten klugscheißer

Kann nutzloses Wissen wirklich nutzlos sein? – Ein gelehrter Disput.

A (referierend, mitunter schneidend, Geheimratsecken in der Stimme): ... kommen Sie mir jetzt bloß nicht mit unnützem Wissen. Das halte ich für eine ausgesprochene Diffamierung, dass es so etwas geben soll. B (behält die ganze Zeit über einen skeptischen Tonfall): Na ja, es stimmt wohl, was Sie sagen. Ich erinnere mich an einen Freund, der die sonnenschwere Ödnis eines kroatischen Strandes zum Zeitvertreib mit einem guten Beispiel an... lesen


cornelia schuss | von träumen und realitäten

oder: Was Politiker und Masochisten gemeinsam haben

Fragt man kleine Kinder, was sie werden wollen, so sagen diejenigen, die mit den Eltern schon ein bisschen in der Welt herumgekurvt sind, Pilot oder vielleicht auch Kapitän. Die, die später mal groß hinaus wollen, sagen Astronaut. Später, mit 15, will man Rechtsanwältin werden, Arzt, die künstlerisch Begabten vielleicht Bestsellerautorin oder Geigenvirtuose. Daneben gibt es noch ein paar junge Weltverbesserer, die es sich zum Ziel setze... lesen


bernhard horwatitsch | kleine reise durch den nihilismus

Wie französische Autoren die Wurzeln des Alltags-Faschismus in ihren Werken entkleiden

Beim Prediger Salomo heißt es, dass die Frau bitterer sei als der Tod. Umberto Eco lässt seinen Franziskanermönch Wilhelm von Baskerville versöhnlich sagen, dass Gott kaum ein Geschöpf erschaffen würde, ohne ihr wenigstens ein paar Tugenden mit auf den Weg zu geben. Rein wissenschaftlich lässt sich sagen: Die Frau ist ein weiblicher, erwachsener Mensch, und das geschlechtliche Gegenstück zum Mann. Die Unterscheidung liegt vor allem in... lesen


dirk werner | mehr als weniger blauer dunst

Weder Fragen noch Rauchen – die Vernunft ist ein Endpunkt

1 Jedes Verbot zeugt ein Geheimnis. In der DDR, wo praktisch alles verboten war, gab es Unmengen von Geheimnissen, von Abernichtweiter-Sagen, Mythen und Mystifikationen. Und wenn jetzt in der BRD das Rauchen in den Gaststätten verboten wird – den Rauch treibt das nicht aus. Das Verbot wird die Kultur verändern, ja, aber das Gasgemisch, einmal von den Tischen verbannt, wird anderswo die Köpfe erneut unter sich versammeln. Keine Frage m... lesen


andreas r. peternell , evelyn peternel | wer hat an der uhr gedreht?

oder: Kann die Popkultur all unsere Fragen beantworten?

„There are no answers in this book!“, musste Homer in der Kinoversion der Simpsons beim Durchblättern der Bibel verzweifelt feststellen – hätte er doch nur zur schreibkraft gegriffen. Damit nach Lektüre dieser Ausgabe auch wirklich keine einzige Frage mehr offen bleibt, haben Evelyn Peternel und Andreas R. Peternell versucht, all jene Mysterien zu klären, vor die uns die Populärkultur im Laufe der letzten zwei Millionen Jahre geste... lesen