schreibkraft - Das Feuilletonmagazin

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Feuilleton der Ausgabe 18 - genug

julian blunk | es ist genug für alle da

Was Günther Jauch und Marie-Antoinette gemeinsam haben

... nachzulesen in schreibkraft, Heft 18, "genug". lesen


clemens marschall | weltkrieg am jausentisch

57 Kuhhirne in 15 Minuten: ein neuer Sport erobert die Welt

4. Juli, kurz nach 11 Uhr in New York: Wir feiern den Unabhängigkeitstag. Coney Island, der New Yorker Vergnügungspark, ist Platz des Geschehens. Ich bin dort nicht alleine, 40.000 Leute stehen sich um mich herum ihre Füße in die Mägen, die Kinder, die auf ihren Schultern sitzen, schwingen ihre Fahnen. Zusätzlich jauchzen noch 1,5 Millionen Fernsehzuschauer. Der Anlass des Events? Heute findet das Wettfressfest schlechthin statt! Der le... lesen


bernhard horwatitsch | unsere zeit ist abgelaufen

Hundert Meter in null Sekunden. In einer Welt ohne Grenzen sind Rekorde sinnlos

Ackermann ist böse. – In der Tat machen wir uns es derzeit so einfach. Wir stigmatisieren eine Berufsgruppe, behaupten, sie wolle sich bereichern, sei gierig und unmäßig. Wir hinterfragen dabei nicht, wie sehr wir selbst die Hand aufhalten. Wir kommen nicht auf den Gedanken, dass wir selbst unmoralisch handeln könnten, ganz einfach weil uns die Gelegenheit dazu nicht gegeben wird. Wenn wir nicht davon ausgehen, dass der Bankchef Ackerma... lesen


harald a. friedl | uncle sam in der wüste

Energie-Kolonialismus und die Folgen für den unbeschwerten Sahara-Urlaub

Zurück aus dem Wüstendrama Im Herbst 2008 wurde ein Salzburger Ehepaar nach 252 Tagen in Gefangenschaft der algerischen Terrorgruppierung „GSPC“ befreit, nachdem sie angeblich in Südtunesien überfallen, entführt und in Nordostmali, im Einflussgebiet der Kel Ifoghas-Tuareg, gefangen gehalten wurden. Wer könnte hinter diesen Entführungen stecken? Ist die Sahara etwa schon so sehr von Al-Khaida-Terroristen durchdrungen, wie es die USA... lesen


roland steiner | basta

Eine Reportage aus Italien

Totes Rot Renato Biagettis Welt war rot, in einem Rot, wie es in Lauras Haar am Strand oft glänzte und in ihrem Herz für ihn pochte. Seine Welt war rot wie der Männerfußballverein, der nach ihm Renoize Calcio benannt werden wird, der ebenso freundschaftlich basierte Frauenfußballverein She-Reds und wie der Männerrugbyverein seines Bruders Paolo. So rot wie der Mehrspartenklub All Reds, das mütterliche Dach aller sportlichen Aktivitäte... lesen


adelheid dahimène | es ist mir nicht egal

Vom Ende der Virginier

Sogar an der Haltung von Bäumen ist der aktuelle Rechtsruck schon nachvollziehbar, sie beugen sich immer weiter von der Sonne weg in einen Schatten, der nicht mehr hausgemacht aus eigener Produktion stammt, sondern von Doppelgaragen geworfen wird, die als Zukunftsvisionen in Schüleraufsätzen als das Nonplusultra einer wie immer gearteten, steilen Karriere gelten. Aber darauf will ich eher am Rande hinaus. Und eigentlich sind die fehlgekr... lesen


günter eichberger | genug von mir und allem

Ein Ausflug in die Niederungen des Literaturbetriebs

1 Im März 2006 schwankte ich abends zum Bankomaten meines Vertrauens, um mich hernach in angemessener Dosierung mit einer legalen Droge versorgen zu können. Der Bankomat teilte mir durchaus freundlich mit, dass mein Höchstbetrag überschritten sei. Am nächsten Morgen entnahm ich den Medien, dass eben jene Bank die seltsamen Transaktionen eines gewissen Herrn, dessen Name Flöttl einem Stück von Raimund entnommen sein könnte, angeblich m... lesen


thomas eder | druckabfall im paradies

Warum Musikfreaks neue Strategien brauchen

Bubblegum mit Zielfernrohr Ich habe vergessen, dass ich mich in einem der vielen neuen Libro-Geschäfte befinde. Ich höre die Appelle meiner zwei Schwestern kaum. Sie sind zu einem Lüftchen verkommen und erinnern an das Meeresrauschen in großen Muscheln. Es ist nicht wirklich da. Mit feuchten Augen halte ich mein erstes Vinylalbum in Händen. Ich bin nicht gerührt, sondern werde erschlagen von der Reizüberflutung meines Sehnervs. In zehn... lesen


stefanie lehrner | mehr als genug

Ist das Nichts dem Menschen zumutbar?

Mehrheitlich sind wir superlativisch. Das übergeordnete Ziel unseres Lebens besteht darin, uns zu vermehren. „Seid fruchtbar und mehret euch!“, heißt es schon in der Bibel. „Seid wirtschaftlich und mehret euren Gewinn!“, so dann etwa die sinngemäße Übersetzung in die Managementsprache heutiger Zeit. Dieses Prinzip des Vermehrens scheint jede Faser unseres Körpers zu durchdringen und uns zu konstituieren: Mehr, mehr, mehr. Gut, b... lesen


thomas laessing | drei tage

w/Abwesenheit im Paradies nicht in die E-Mails geschaut

Ja gibt’s denn das? Ja gibt’s denn das? Überfliegen der Betreffzeilen im restpflichtbewussten Horror, magnetisiert durch ein Eskönntejadochwichtigsein: Newsletter des Newsletter von Newsletter unserer Verwandte mit ihren Ego-Foto-Belästigungen, zu erkennen an der Anlagenklammer, trügerisch-klein oben links, fallenstellend (könnten ja 20 Euro für die Jüngste zum Geburtstag rausspringen) Re: Aw: xxx Re: Re: Re: Re: Neue Freundanfrag... lesen


beate tröger | grazer galopp

Bericht einer Stadtleserin

Das Stipendium Drei Wochen bezahlt in Graz lesen? August 2008. Eine Glosse in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Darin heißt es: Das örtliche Feuilletonmagazin schreibkraft [...] lobt zusammen mit den lokalen Literaturinstitutionen ein Stipendium der besonderen Art aus: Anstatt, wie so oft, einem Autor Kost und Logis zu gewähren, damit er in die und in der Stadt zum Schreiben kommt, wird in Graz erstmals ein Leser gesucht, der sich do... lesen


anne kramer | von der sehnsucht nach dem herrn

Das Selbstbildnis des T. E. Lawrence

Zu wenig Jeder kennt das: Man will sich jemandem verständlich machen, redet, sucht, gräbt regelrecht nach den passenden Worten und sagt dann doch nur resigniert: „Du weißt schon, was ich meine.“ Der 1888 geborene Autor, Soldat und Archäologe Thomas E. Lawrence schrieb einmal: „Ich bin zu wenig Schriftsteller, um genug von mir in irgendein Werk zu legen.“ Lawrence, der sein Schreiben vor allem als Mittel einer permanenten Selbstbeo... lesen