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der rest erledigt sich von allein

katharina bendixen | der rest erledigt sich von allein

Liebe Frau B,
manchmal läuft das Leben nicht ganz so, wie wir uns das wünschen. Pfeiler, auf die wir uns seit Jahren gestützt haben, lösen sich in Luft auf, und wir stehen plötzlich vor dem Nichts. Vor einem Monat wurden Sie von Ihrem Mann verlassen. Das ist schlimm, und Sie haben allen Grund, traurig zu sein. Nehmen Sie Ihre Trauer an! Setzen Sie sich mit Ihrer Vergangenheit auseinander. Dies können Sie zum Beispiel tun, indem Sie die wichtigsten Andenken an Ihre Ehe in einen Karton legen. Danach verabschieden Sie sich symbolisch von diesem Karton: Gehen Sie beispielsweise mit einer Freundin in den Wald und vergraben Sie ihn. Um Abschied zu nehmen, können Sie auch eine Zeitlang schwarze Kleidung tragen und sich danach wieder bewusst für bunte Blusen entscheiden. Nun aber kommt der wichtigste Teil der Trauerarbeit: Schauen Sie nach vorn. Schmieden Sie Pläne. Haben Sie mit Ihrem Mann so viel Zeit verbracht, dass Sie sich von Ihrer neuen Freizeit überfordert fühlen? Machen Sie sich keine Sorgen: Das ist völlig normal. Sie dürfen sich jetzt jedoch nicht gehen lassen. Überlegen Sie: In unserem Alltag schieben wir so viele Dinge auf, sagen so oft: wenn der Tag doch nur mehr Stunden hätte. Jetzt hat Ihr Tag mehr Stunden – und das ist die beste Gelegenheit, um Träume zu verwirklichen. Suchen Sie sich ein Hobby. Treten Sie einem Sportverein bei. Malen oder schreiben Sie. Vor allem aber: Treffen Sie neue Verabredungen. Der Rest erledigt sich von allein. Das verspricht Ihnen Ihr Team von der Bunten.

Liebe Frau B,
manchmal läuft das Leben nicht so, wie wir uns das wünschen. Pfeiler, auf die wir uns seit Jahren gestützt haben, lösen sich in Luft auf, und wir stehen plötzlich vor dem absoluten Nichts. Vor drei Monaten wurden Sie von Ihrem Mann verlassen. Das ist schlimm, und Sie haben allen Grund, traurig zu sein. Nehmen Sie Ihre Trauer an! Setzen Sie sich mit Ihrer Vergangenheit bewusst auseinander. Dies können Sie zum Beispiel tun, indem Sie die wichtigsten Andenken an Ihre Ehe in einen Karton legen. Danach verabschieden Sie sich symbolisch von diesem Karton: Gehen Sie beispielsweise mit einer Freundin in den Wald und vergraben Sie ihn. Natürlich müssen Sie das nicht unbedingt in Begleitung machen, aber es kann eine schöne Erfahrung sein, in diesem Moment einen lieben Menschen an seiner Seite zu haben. Um Abschied zu nehmen, können Sie auch eine Zeitlang schwarze Kleidung tragen und sich danach wieder bewusst für bunte Blusen entscheiden. Was „eine Zeitlang” bedeutet, ist ganz individuell: Manche Frauen haben schon nach ein paar Wochen wieder Lust auf etwas Farbe, andere tragen mehrere Monate lang Trauer. Hören Sie einfach auf Ihre innere Stimme! Nun aber kommt der wichtigste Teil der Trauerarbeit: Schauen Sie nach vorn. Schmieden Sie Pläne. Haben Sie mit Ihrem Mann so viel Zeit verbracht, dass Sie sich von Ihrer neuen Freizeit überfordert fühlen? Machen Sie sich keine Sorgen: Das ist völlig normal, zumindest in den ersten Wochen. Sie dürfen sich jetzt jedoch nicht gehen lassen. Keinesfalls dürfen Sie Ihre freie Zeit in Ihrer Wohnung verbringen, sondern sollten sich für mindestens einen Abend pro Woche etwas vornehmen. Überlegen Sie: In unserem Alltag schieben wir so viele Dinge auf, sagen so oft: wenn der Tag doch nur mehr Stunden hätte. Jetzt hat Ihr Tag mehr Stunden – und das ist die beste Gelegenheit, um Träume zu verwirklichen. Suchen Sie sich ein Hobby. Treten Sie einem Sportverein bei. Malen oder schreiben Sie. Wenn Ihnen nicht sofort etwas einfällt, begleiten Sie Ihre Freunde zu deren Freizeitbeschäftigungen, oder denken Sie an Ihre Jugend, die Zeit, in der wir die meisten Träume haben: Was wollten Sie damals immer tun? Vor allem aber: Treffen Sie neue Verabredungen. Gehen Sie mit Freunden aus, fahren Sie zu Verwandten. Überall warten Menschen darauf, von Ihnen entdeckt zu werden. Der Rest erledigt sich von allein. Das verspricht Ihnen Ihr Team von der Bunten.

Liebe Frau B,
manchmal läuft das Leben überhaupt nicht so, wie wir uns das wünschen. Pfeiler, auf die wir uns seit Jahren gestützt haben, lösen sich in Luft auf, und wir stehen plötzlich vor einem unvorstellbaren Nichts. Vor acht Monaten wurden Sie von Ihrem Mann verlassen. Das ist schlimm, und Sie haben allen Grund, traurig zu sein. Nehmen Sie Ihre Trauer an! Selbst wenn es allzu schmerzhaft sein sollte: Setzen Sie sich mit Ihrer Vergangenheit sehr bewusst auseinander. Dies können Sie zum Beispiel tun, indem Sie die wichtigsten Andenken an Ihre Ehe in einen Karton legen. Danach verabschieden Sie sich symbolisch von diesem Karton: Gehen Sie beispielsweise in den Wald und vergraben Sie ihn. Wenn Sie dabei allein sind, können Sie sich auf die Trauer sicher am besten konzentrieren. Um Abschied zu nehmen, können Sie auch eine Zeitlang schwarze Kleidung tragen und sich danach wieder bewusst für bunte Blusen entscheiden. Manchen Frauen, die nicht genau wissen, wann Sie Ihre Trauerzeit beenden sollen, hilft es, von Zeit zu Zeit durch die Boutiquen zu streifen und sich zu fragen, welche Sachen sie besonders ansprechen: die dunklen, traurigen oder die hellen, fröhlichen Farbtöne. Glauben Sie uns: Früher oder später findet jede Frau wieder Gefallen an den hellen Farben! Nun aber kommt der wichtigste Teil der Trauerarbeit: Schauen Sie nach vorn. Schmieden Sie Pläne. Natürlich können Sie auch die Ausflüge unternehmen, die Sie mit Ihrem Mann geplant hatten. Hüten Sie sich aber davor, zu sehr an ihrem alten Leben festzuhalten. Besser ist es, wenn Sie einen Schnitt machen und sich auf die Zukunft konzentrieren, auf das Leben ohne Ihren Mann. Haben Sie mit Ihrem Mann so viel Zeit verbracht, dass Sie sich von Ihrer neuen Freizeit überfordert fühlen? Machen Sie sich keine Sorgen: Das ist völlig normal, zumindest in den ersten Monaten. Sie dürfen sich jetzt jedoch nicht gehen lassen. Keinesfalls dürfen Sie Ihre freie Zeit in Ihrer Wohnung verbringen, und keinesfalls dürfen Sie Weihnachten und Silvester alleine bleiben. Überlegen Sie: In unserem Alltag schieben wir so viele Dinge auf, sagen so oft: wenn der Tag doch nur mehr Stunden hätte. Jetzt hat Ihr Tag mehr Stunden – und das ist die beste Gelegenheit, um Träume zu verwirklichen. Suchen Sie sich ein Hobby. Treten Sie einem Sportverein bei. Malen oder schreiben Sie. Wenn Sie schon als Jugendliche mit Ihrem Mann zusammen waren und jeder ihrer Jugendträume sich auf ihn bezieht, denken Sie zurück an die Zeit, in der Sie Ihren Mann noch nicht kannten: Was haben Sie sich als Kind von Ihren Eltern immer gewünscht, doch nie bekommen? Vor allem aber: Treffen Sie neue Verabredungen, vor allem für die erinnerungsgeladenen Weihnachtstage und für Silvester. Bestimmt gibt es an diesen Tagen auch in Ihrer Stadt offene Veranstaltungen, bei denen Sie sich wohl fühlen werden. Gehen Sie unvoreingenommen auf neue Menschen zu. Sie werden sehen: Es gibt einen Mann, der auf Sie und nur auf Sie gewartet hat. Der Rest erledigt sich von allein. Das verspricht Ihnen Ihr Team von der Bunten.

Liebe Frau B,
manchmal ist das Leben meilenweit davon entfernt, so zu laufen, wie wir uns das wünschen. Pfeiler, auf die wir uns seit Jahren gestützt haben, lösen sich in Luft auf, und wir stehen plötzlich vor einem unvorstellbaren Nichts, das uns schier zu zerbrechen droht. Vor zwei Jahren wurden Sie von Ihrem Mann verlassen. Das ist schlimm, und Sie haben allen Grund, traurig zu sein. Nehmen Sie Ihre Trauer an! Selbst wenn Sie das Gefühl haben, den Schmerz nicht ertragen zu können: Setzen Sie sich mit Ihrer Vergangenheit äußerst bewusst auseinander. Dies können Sie zum Beispiel tun, indem Sie die wichtigsten Andenken an Ihre Ehe in einen Karton legen. Danach verabschieden Sie sich symbolisch von diesem Karton: Gehen Sie beispielsweise in den Wald und vergraben Sie ihn. Wenn Sie dabei allein sind, können Sie sich auf die Trauer sicher am besten konzentrieren. Bringen Sie es nicht übers Herz, sich von den lieb gewonnenen Andenken zu trennen? Dann fotografieren Sie die Dinge und vernichten zunächst nur die Fotos. Auch dabei werden Sie schon Erleichterung verspüren. Um Abschied zu nehmen, können Sie auch eine Zeitlang schwarze Kleidung tragen und sich danach wieder bewusst für bunte Blusen entscheiden. Manchen Frauen, die nicht genau wissen, wann Sie Ihre Trauerzeit beenden sollen, hilft es, von Zeit zu Zeit durch die Boutiquen zu streifen und sich zu fragen, welche Sachen sie besonders ansprechen: die dunklen, traurigen oder die hellen, fröhlichen Farbtöne. Selbst wenn Sie das Gefühl haben, es im Einkaufszentrum nicht auszuhalten: Gehen Sie hin! Lassen Sie die Farben auf sich wirken! Glauben Sie uns: Früher oder später findet jede Frau wieder Gefallen an den hellen Farbtönen! Und noch etwas sollten Sie uns glauben: Früher oder später lindert das Einkaufen die Traurigkeit jeder Frau. Nun aber kommt der wichtigste Teil der Trauerarbeit: Schauen Sie nach vorn. Schmieden Sie Pläne. Denken Sie daran: Auf jedes Tief folgt wieder ein Hoch, das ist der Lauf der Dinge. Haben Sie mit Ihrem Mann so viel Zeit verbracht, dass Sie sich von Ihrer neuen Freizeit überfordert fühlen? Machen Sie sich keine Sorgen: Das ist völlig normal, zumindest in den ersten ein bis zwei Jahren. Sie dürfen sich jetzt jedoch nicht gehen lassen. Kündigen Sie keinesfalls Ihre Stelle, selbst wenn Sie das Gefühl haben, die tägliche Routine höhle Sie aus. Es gibt doch noch die Feierabende und die Wochenenden, die ganz und gar Ihnen gehören. Überlegen Sie: In unserem Alltag schieben wir so viele Dinge auf, sagen so oft: wenn der Tag doch nur mehr Stunden hätte. Verbannen Sie den Wunsch, dass der Tag weniger Stunden haben soll, aus Ihrem Kopf. Sie müssen das Leben genießen, Sie haben doch nur dieses! Verlassen Sie das Haus, unternehmen Sie etwas, dann kommt die Lebensfreude automatisch zurück. Bedenken Sie: Jetzt hat Ihr Tag mehr Stunden – und das die beste Gelegenheit, um Träume zu verwirklichen! Suchen Sie sich ein Hobby. Treten Sie einem Sportverein bei. Malen oder schreiben Sie. Oder wie wäre es mit Seidenmalerei, mit Eurythmie, mit Capoeira? Wenn Ihnen im Leben nichts Freude bereitet hat außer der Zeit mit Ihrem Mann, dann schlagen Sie die Zeitung auf: Was wird am Wochenende in Ihrem Stadtviertel angeboten? Welcher Kulturverein hat sein Domizil in Ihrer Straße? Gehen Sie hin, nehmen Sie teil an dem, was das Leben Ihnen bietet. Vor allem aber: Treffen Sie neue Verabredungen. Damit ist jedoch nicht Ihr Mann gemeint! Glauben Sie uns: Schon ein einziges Telefonat mit ihm könnte Ihre Trauerarbeit um Jahre zurückwerfen. Vielleicht begegnet Ihnen ja auf dem Stadtfest ein attraktiver Herr? Vielleicht spricht Sie im Chor ein rüstiger Rentner an? Oder Sie schauen noch einmal in die Zeitung: Es gibt so viele Menschen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben wie Sie. Schreiben Sie diesen Menschen, gehen Sie mit ihnen aus. Versuchen Sie jedoch, in den Gesprächen die Vergangenheit zunächst zu meiden. Reden Sie über die Zukunft, über das Leben, das noch vor Ihnen liegt und auf Sie wartet. Der Rest erledigt sich von allein. Das verspricht Ihnen Ihr Team von der Bunten.

Liebe Frau B,
manchmal läuft das Leben nicht ganz so, wie wir uns das wünschen. Pfeiler, auf die wir uns seit Jahren gestützt haben, lösen sich in Luft auf, und wir stehen plötzlich vor dem Nichts. Vor sieben Jahren wurden Sie von Ihrem Mann verlassen. Das ist schlimm, und Sie haben allen Grund, traurig zu sein. Nehmen Sie Ihre Trauer an! Setzen Sie sich mit Ihrer Vergangenheit auseinander. Dies können Sie zum Beispiel tun, indem Sie die wichtigsten Andenken an Ihre Ehe in einen Karton legen. Danach verabschieden Sie sich symbolisch von diesem Karton: Gehen Sie beispielsweise mit einer Freundin in den Wald und vergraben Sie ihn. Um Abschied zu nehmen, können Sie auch eine Zeitlang schwarze Kleidung tragen und sich danach wieder bewusst für bunte Blusen entscheiden. Nun aber kommt der wichtigste Teil der Trauerarbeit: Schauen Sie nach vorn. Schmieden Sie Pläne. Haben Sie mit Ihrem Mann so viel Zeit verbracht, dass Sie sich von Ihrer neuen Freizeit überfordert fühlen? Machen Sie sich keine Sorgen: Das ist völlig normal. Sie dürfen sich jetzt jedoch nicht gehen lassen. Überlegen Sie: In unserem Alltag schieben wir so viele Dinge auf, sagen so oft: wenn der Tag doch nur mehr Stunden hätte. Jetzt hat Ihr Tag mehr Stunden – und das ist die beste Gelegenheit, um Träume zu verwirklichen. Suchen Sie sich ein Hobby. Treten Sie einem Sportverein bei. Malen oder schreiben Sie. Vor allem aber: Glauben Sie uns. Der Rest erledigt sich von allein. Das verspricht Ihnen Ihr Team von der Bunten.