schreibkraft - Das Feuilletonmagazin

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Feuilleton der Ausgabe 23 - gute reise

martin amanshauser | ist das nicht bestechung?

Über die Ästhetik der Pressereise – mit einigen erklärenden Worten zu einem Berufsbild

Seit 12 Jahren absolviere ich Pressereisen. Früher fuhr ich für den Standard, heute mache ich die meisten für die Presse und die eine oder andere für die Süddeutsche Zeitung. Ich war in Neuseeland und auf den Malediven, im Oman, in Monte Carlo, der Emilia-Romagna, am Klopeinersee und an 150 anderen Orten. Dort, wo Fluglinien, Tourism-Boards, Hotels und Reiseveranstalter uns Journalisten in der Hoffnung hinschicken, dass wir über ihre De... lesen


harald a. friedl | wie wir reisen werden

Der Tourismus, die verlässliche Wachstumslokomotive

Tourismus zählt zu den wichtigsten Branchen der Weltwirtschaft. Allein in Österreich, einem der am stärksten bereisten Länder der Welt, arbeiten rund 10 % aller Erwerbstätigen in diesem Geschäft mit genussorientierter Mobilität und erwirtschaften mit ca. 125 Mio. Nächtigungen von 33 Mio. Gästen über 22 Mrd. Euro oder 7,5 % der österreichischen Wirtschaftsleistung. Bei genauer Betrachtung ist die Reisebranche sogar noch wichtiger, d... lesen


evelyn peternel | drittklassig von moskau bis peking

Eine der besondersten Reisen überhaupt

162 Millionen Schweißdrüsen, versammelt auf einer Fläche von etwa 70 Quadratmetern. Und das über eine Strecke von 9.302 Kilometern. Das klingt nicht nur nach einer Zumutung, sondern ist es auch. Warum ich mich dem trotzdem aussetze? Weil es ja heißt, die Fahrt mit der Transsib sei eine der besondersten Reisen überhaupt. Der Versuch, herauszufinden, wieso. „Platzkartnyj?“, fragt die herbe Dame am Bahnhof in Moskau, ohne mich anzus... lesen


katja grach | weggespült

Über das Verhältnis zwischen Tod und Tourismus

Am 26. Dezember 2004 sterben 230.000 Menschen. 850 davon auf Koh Phi Phi Don. 1.300 werden noch vermisst – steht auf wikitravel.org zu lesen. Das Alter des Artikels unbestimmt. Ist auch egal. Wer interessiert sich 2011 noch dafür? Die Filmvorlage The Beach spült nach wie vor mehr Touristen an, als eine Naturgewalt verhindern mag. In ihrer Zerstörungskraft halten sie sich die Waage. Jedem die eigene Waffe. Beide raffen die Kultur eines La... lesen


eva reithofer-haidacher | precious‘ apfelstrudel

Reisenotizen aus Nigeria

50 bis 250 Naira kostet eine Busfahrt in Lagos, 1.000 Naira zahlt der Chauffeur in Benin City Schutzgeld an Polizei und Mafia pro Tag. Ein Liter Benzin kostet 65 Naira, also umgerechnet 35 Cent, im Land des Öls. In der katholischen Missionsschule beträgt das Schulgeld 75.000 Naira pro Trimester. Eine Packung Zigaretten kostet 200 Naira. Und so weiter und so fort. Geldbeträge sind hier aufgeschrieben, einer nach dem anderen, mindestens fün... lesen


martin gasser | lauter bestseller

Das Wandern als kulturindustriell verwaltetes Glücksversprechen

Das kann kein rechter Müller sein, dem niemals fiel das Wandern ein. - Wilhelm Müller Manchmal geht es nicht mehr weiter. Paradoxerweise ist gerade das der Zeitpunkt, an dem man aufsteht und losgeht. Im buchstäblichen Sinne. Als ein Studienfreund mitten in einer mittelschweren Lebens- und Beziehungskrise steckte, packte er kurzentschlossen das Allernotwendigste zusammen und setzte sich in einen Zug nach Südfrankreich. Wir schrieben Anfan... lesen


thomas ernst brunnsteiner | nach umba! zum gebet!

Mit Pfingstlern ans Weiße Meer – eine Pilgerfahrt

1. Teil – Von Lappland nach Russland Das ist der erste Satz. Kolari ist ein finnisches Wort und ein Bezirk in Finnland. Das Wort bedeutet auf Deutsch „Autounfall“. Im Bezirk liegt seit zehn Jahren mein Heimatdorf Vaattojärvi – als wäre es dort hingefahren und verunfallt. In der Bezirkshauptstadt gibt es einen Flohmarkt, der von Pfingstlern betrieben wird. Pfingstler sind die am schnellsten wachsende christliche Gemeinschaft der Welt... lesen


roland steiner | der panther sind wir

Über die Autonomie der Bewegung

0 Zahlen hasse ich. Aber sie durchzucken mich als romantischen Skeptiker und romanischen Träumer dennoch und werden mich, hoffentlich ungerade, überrollen. Denn ich gehe davon aus, dass ich mit 95 Jahren in einer Public-Private-Partnership-Klinik der Dritten Republik Österreich von einem indonesischen Krankenpfleger nach Bestimmungen für Leute wie mich als prekäres Schuldnersubjekt ein finales Naturpflanzengerät zu inhalieren bekommen u... lesen


stefan kaegi | werbung vom herzen

Erinnerungen an eine Rheumadeckenwerbebusfahrt ins Münsterland

An meiner Uni gab es immer wieder seltsame Flyer für Performances: japanischer Kung-Fu, Cyber-Soaps oder Pyrotechnik auf der Studiobühne. Gießen wäre ja sonst eine langweilige Stadt gewesen. Doch dieser Flyer hier war an Farbe nicht zu überbieten: Streichelzoo im Münsterland. Busreise in den Prickingshof von Bauer Ewald, nur 19,90 DM! Hauptattraktion: Prinz Elegant von Kolumbien, größter Zuchtbulle Deutschlands! Inkl. gratis 10 Kilo W... lesen


vasile v. poenaru | the toronto purchase

Wie Indianerland für ein bisschen Geld und allerlei Kram den Besitzer wechselte

Im Rahmen des intensiv mediatisierten Staatsbegräbnisses, das am 27.08.2011 in der Roy Thomson Hall in Toronto zu Ehren des an Krebs verstorbenen Oppositionsführers Jack Layton (New Democratic Party/NDP) begangenen wurde, ergriff gleich am Anfang der Oberhäuptling aller Ureinwohner Kanadas, Shawn Atleo, das Wort. Chief Atleo, genauer gesagt, the National Chief of the Assembly of First Nations, bediente sich dabei sowohl seiner Muttersprach... lesen


klaus knoll | hawaii ohne apostroph

Feuer, Flammen und ein Ozean, der diesen Namen auch verdient

Wie kommt der Mensch nach Hawai'i? Als Urlauber, was sonst. Besonders als Nachwuchsjapaner. Japan also und verheiratet und das erste Kind unterwegs. Drei Jahre waren wir schon in the most different country. Höchste Zeit, unser Gastland kennenzulernen. Als Alleinunterhalter in der japanischen Provinz, sprich Lektor am Germanistikinstitut, wäre das aus vielerlei Gründen angebracht gewesen. Es war aber unmöglich, weil ein Urlaub, der diesen... lesen


david staretz | one car racing through the night

Der anzunehmende Wagen sei schwarz wie ein Lamborghini Gallardo

Spätabends unter Freunden, wenn die Pizzaschachteln zur Tischmitte geschoben sind und die Feuerzeuge klicken (die Mädchen haben die Knie hochgezogen und schaukelnd umfasst), sagt einer mitten im Binnenland: „Leute, wär das nicht eine gelungene Aktion, den Kaffee am Meer zu nehmen?“ „Sowieso, und Tramezzini und Crossini und Paganini und wie die Teile alle heißen, und draußen steigt die Sonne des Südens hoch, denn das wär doch endl... lesen