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schön blöd | ausgabe 25


25 - schön blöd

nur nichts halblustiges

Wir hatten viele halblustige Ideen, wie wir konzeptionell mit dem Thema „schön blöd“ umgehen könnten: Seiten vertauschen oder drehen; ausnahmslos alle Einsendungen in einer Wurst und in 4-Punkt-Schrift abdrucken oder alle ausgewählten Texte unredigiert und unlektoriert ins Heft stellen. Schließlich haben wir uns doch für den üblichen, seriösen Umgang mit den Texten entschieden. Das Leben ist schon blöd genug. Da müssen wir nicht... lesen



Feuilleton

harald a. friedl | das karenina-prinzip

Warum das schöne Leben die Ausnahme und Leiden an der Blödheit normal ist

  Glück ist das Wichtigste im Leben. Diesen Eindruck vermittelt die gewaltige Flut an Büchern, Beratern und Gerätschaften, deren Versprechen eines besseren Lebens den Markt vereinnahmen. Dass dieses boomende Angebot den Nerv der Zeit trifft, erscheint umso erstaunlicher, als es den Menschen in Zentraleuropa nie zuvor so gut ergangen ist, gemessen an fundamentalen Grundbedürfnissen. Während – entgegen bemühten UN-Millenniumszie... lesen


harald darer | es gilt die unschuldsverhütung

… bis das Gegenteil erbrochen ist

Ich bin Ihnen wirklich dankbar, dass Sie mir die Möglichkeit geben in der Öffentlichkeit meine Sicht der Dinge zu verklären, weil was in den letzten Wochen durch die Medien gegangen ist, was da an Ungeheuerlichkeiten unter den Tisch gekehrt wurde, das passt, mit Verlaub, auf keine Sauhaut. Wie ich diese Vorwürfe aus der Zeitung erfahren musste, da bin ich fast zu Salzsäure erstarrt. Man hetzt mit Tatsachen gegen mich auf, die nicht der W... lesen


werner schandor | hoffnung kennt keinen spaß

Paulus war Amerikaner, und Obama ist ein armer Mann. Ein Appell

Doch ein Mann sollte lieber auf den Ratschlag von Kindern hören als auf seine eigene Hoffnung. - Ilja Trojanow: Der Weltensammler Die schwindelhafte Hoffnung ist einer der größten Übeltäter, auch Entnerver des Menschengeschlechts. - Ernst Bloch: Das Prinzip Hoffnung Die Macht, die die Hoffnung über uns haben kann, fiel mir das erste Mal auf, als ich in Wien einen Freund besuchen wollte, der nicht daheim war. Seine Freundin aber schon... lesen


bernhard horwatitsch | deutschland?

Eine Kritik der Erzählung

Viele Nationalmythologien basieren nicht auf einem Triumph, sondern auf einer Schmach. Eine Demütigung blieb im Raum stehen. In der Raumzeit fand sich allerdings kein Rächer für diese Demütigung. Verletzter Stolz, gekränkte Ehre, ein unerledigter Rest in der Welt, ständige, fortdauernde Unruhe sorgen für Heimsuchungen. Um diese zu bewältigen, sucht man durch stete Wiederholung, durch Variation, durch ständige neue Erzählanläufe ein... lesen


peter androsch | geständnis eines alchemisten

Über Calcinitaion, Sublimation, Solution, Putrefaction und Coagulation der Bau-Akustik

So was Blödes! Jetzt haben wir so lange vorbereitet, diskutiert, Materialien getestet, geplant und Modelle gebaut. Und trotzdem ist es wieder nichts geworden. Buchstäblich nichts. Wir haben den Aludel eingerichtet. Dann ganz gewiss die richtigen Legieain die Kupelle gefasst, dann alles in die Retorte gefüllt. In der Serpentine haben wir noch sorgfältig nachgebessert. Natürlich ist auch alles auf dem Athanor gestanden, selbstverständlich... lesen


karl wimmler | proben aufs exempel

Schnell vergessene Blödheiten mit Wiederholungspotenzial

Historiker werden bekanntlich oftmals als Leute geringgeschätzt, die „hinterher alles besser wissen“. In der Regel von Leuten, die ungern an den Stuss erinnert werden, den sie noch gestern begeistert verbreiteten. Und der sich von ihrem heutigen nur wenig unterscheidet. Womit jedoch befassen sich Historiker? Umstände, die dem Heute nicht lange genug entfernt, der Aktualität der Gegenwart aber längst entschwunden sind, finden selten Be... lesen


alexandra rollett | über das blöde am sinn

Ein Sermon

Sinn sollte eigentlich nie blöd sein. Er gehört dafür, dass es ihn gibt, von jeder Zumutung durch adjektivische Kategorisierung befreit. Unabhängig von seiner Herkunft. In der Realität sieht das allerdings anders aus. Da wird meistens Blödsinn gemacht. Nicht immer sofort. Der Blödsinn zum Beispiel, den ich gestern alleine zuhause angestellt habe, hat Sinn gemacht. Doch dann hat er beschlossen, die eigenen vier Wände zu verlassen, und... lesen


wolfgang pollanz | dumb all over

Mit Frank Zappa in der Dummheitsfalle des Pop

Ein Ritter nahm den Kampf gegen die Dummheit auf, ein Monster, dessen Antlitz keine Menschenseele beschreiben konnte. Nur ein Name und der Ort, wo es sein Unwesen trieb, waren bekannt. In schwerer Rüstung und mit gezücktem Schwert zog er durch das Sumpfland. Je näher er dem Ort kam, desto tiefer versanken seine Füße im Boden. Kurz bevor er verschwand, wurde der verdutzte Ritter vom Moor umfangen. - Matthijs van Boxsel: Die Enzyklopädie... lesen


michael sammer | wir sind die overdoer

Leben in Zeiten der kollektiven Beschleunigungstrance zwischen Semmering und Wien

Beginnen wir am Ende. Der Vorteil: Damit befinden wir uns gleich einmal in geistreicher Gesellschaft so großer Denker wie Montaigne, Borges und Falco. Und noch ein Vorteil: Mit so viel geballter Weisheit stirbt es sich auch leichter. Denn, und das eint dieses Dreigestirn: Sterben lernen heißt leben lernen. Was erfahren wir übers Leben beim Sterben? – Bei Begräbnissen immer gerne zur Hand: das Buch Kohelet. Weinen, lachen, tanzen, bau... lesen


martin alexander sieber | sinnesabblendungen

Dummheit als Stigma

Blendungen sind immer auch Abblendungen.     (Käte Meyer-Drawe) Im Hinblick auf die eigene Intelligenz neigen wir vielleicht alle ein wenig dazu, an die unbefleckte Empfängnis zu glauben. Erbringen wir nicht jeden Tag den Beweis unserer Unversehrtheit, da wir doch ständig lauter Dummheiten um uns herum erkennen? Als Erkennende fühlen wir uns vom einmal Erkannten automatisch ausgeschlossen. Dass man aber, wie Sartre in se... lesen


krimhild pöse | der irrtum der praxis an der theorie

Teil V

Das geheime Tagebuch von Samuel Pepys erwähnt den gescheiterten Versuch seines Freundes und Spions im Dienste der Krone, Samual Morland, mithilfe einer Art Wasserpumpe, die er an eine Trompete anschloss, Schall nach Frankreich zu exportieren. Morland arbeitete für John Tuerlee, dieser wiederum für Richard Cromwell. Und dieser schließlich für Karl II. In dieser Zeit arbeitete jeder für jeden. Doch Schall exportierte man mit Pferdekutsche... lesen


kerstin eberhard | verhängnisvolle sehnsuchtsmonde

Bärenpelz, Arschfax, bravouröse Sexualaufklärung

In einer alten Radiosendung referierte Eugen Drewermann über das Märchen Der Froschkönig. Zur Sprache kam dabei, anlässlich der Drewermann‘schen tiefenpsychologischen Interpretation des Märchens, das Wort PUBERTÄT. Dieses bescheuertste Wort von allen bescheuerten Worten überhaupt. Das ist so ein Igitt-Wort, ein unaussprechliches, dass ich schon so lange hasse, wie ich denken kann. Und mit bewusst denken fing ich ungefähr genau in di... lesen


dirk werner | dummheit

Ein Zauber

Die unbestritten größten Helden der Dummheit im 20. Jahrhundert waren Stan Laurel und Oliver Hardy. Das weniger durch ihre nie endende Tollpatschigkeit oder dadurch, dass die sich mit unverwüstlicher Unbelehrbarkeit paarte. Nein, in meinen Augen waren sie deshalb der Dummheit Größte, weil sie stets wieder aufstanden, nicht nur aus ihr, sondern auch mit ihr. Weil sie kaum je daran dachten, aufzustecken. Sie hatten Ziele vor Augen und eine... lesen


alice le trionnaire-bolterauer | von den abderiten

Wieland, sein Esel und die Krätze

0. „Auch liebe Grüße fon mir und meinen Freunden“, schrieb mir ein Bekannter – per SMS – zu meiner Hochzeit, was ich schockierend fand. Doppelt schockierend ob des Rechtschreibfehlers und meiner indignierten Reaktion. Sind Rechtschreibfehler ein Indiz für Dummheit oder bloß für mangelnde Bildung? Und was ist dann von meinem (anderen) Bekannten zu halten, der Chat-Kontakte mit Leuten vermeidet, in deren Leitsätzen sich... lesen



Literarische Texte

stefan schmitzer | soundneid?

Selbstkritik, betreffend den Kontext einer kontextorientierten Textkritik: Von der vergeblichen Sehnsucht nach dem „richtigen“ Schreiben

Der Kontext: Über Edition C4 2011-2013 Edition C4 2011/2012, das waren ein paar Lesungen und dazugehörige gratis Lesungs-CDs, eingeschlagen in literarische Flugzettel. Worum es ging, war, Literatur in den Clubkontext zu stellen: Also Leuten einen sog. Leseanreiz zu geben, die zwar über einigermaßen verfeinerte ästhetische Bedürfnisse verfügten, welche aber leider – und danke der Nachfrage! – von Musik, Vintage-Mode und dem besseren... lesen


ann cotten | ausreden

Stocherung in den Grundlagen und Vorausannahmen der gegenwärtigen Literatur

Dass die Philosophie und insbesondere jene Teile von ihr, die dazu dienen, den Praxen ihren immer berechtigten, aber immer lähmenden Selbstzweifel zu einem Fundament zu zementieren, also Epistemologie und Wissenschaftstheorie, den Einzelnen seine Ausreden nicht nur in den Mund legt, sondern auch wieder abnimmt und als „wahre Aussagen“ zum Beispiel einfach in der Gegend stehenlässt, sodass jeder zu ihnen laufen und sich hinter ihnen vers... lesen


martin fritz | die potter‘schen paradoxa

tatsächlich die beste szene von dawson‘s creek ist kathartische phase des breakfast-club-szenarios, in der so ziemlich alles, was in den sechs seasons an relevanz vorkommt, zusammenfällt wie eine sehr windschiefe holzkonstruktion, gegen die ein hamster rennt. „when did everyone become so obsessed with sex“, fragt joey, und wie jeder dieser joey-sätze ist die frage genauso sinnlos, weil evident, wie gut, weil relevant, genauso naiv wi... lesen


barbi markovic | remix 2

Während ich, bevor Mascha ausgestiegen ist, nur auf Serbisch vorgelesen habe, lese ich, nachdem Mascha ausgestiegen ist, auch auf Deutsch vor. Weil Mascha nicht mehr mit mir liest, lese ich jetzt, nachdem Mascha nicht mehr mit mir liest, auch meine Lieblingsstellen vor, nachdem Mascha ausgestiegen und mit Kusturica auf Lesetournee ist. Und ohne zu zögern habe ich zum Publikum gesagt, gut, dann lese ich auch auf Deutsch, nachdem Mascha ausge... lesen


lena hach | ferienjob

Als ich mir sicher sein konnte, dass Funkes weit weg waren, zu weit, um wegen einer vergessenen Zahnspange oder eines liegengebliebenen Teddys noch einmal umzukehren, ging ich rüber zu ihrem Haus. Zwar hatte Frau Funke gesagt, ich solle erst in zwei Tagen nach dem Rechten sehen, aber ich war zu ungeduldig. Außerdem hatte ich ab jetzt die volle Verantwortung, zwei wunderbare Ferienwochen lang. Als ich über die Straße ging, stellte ich mir... lesen


peter campa | georgs aussichtsloser kampf gegen die blödheit des alltags

Walter Vyslocil war eigentlich ein sympathischer Kerl. Fand zumindest Georg. Er hatte eine Wohnung im 3. Bezirk, nahe dem Kardinal-Nagl-Platz, ziemlich geräumig, auch wenn sie nicht ihm, sondern seiner Mutter gehörte. Georg hatte sich die Schuhe ausgezogen und die bereitgestellten Hausschuhe von Walter Vyslocils Mutter angezogen, die ihm etwas zu eng waren. Er sei ein Revolutionär, behauptete er, doch einmal habe er eine Blödheit gemacht... lesen



Rezensionen

die sofarevoluzzer (1)

Individuelle Revolten von heute nehmen am Polstersitz Platz

Johannes Gelich: Wir sind die Lebenden

Bücher über die Orientierungslosigkeit der 20 bis 40-Jährigen gibt es mittlerweile viele. Zeittypische Romanfiguren, deren Lebensalltag von einer gefühlten Perspektivenlosigkeit und einer konkreten Unentschlossenheit geprägt ist, ebenfalls. Meist sind das unreife Statisten des Lebens, verletzte Seelen, die unter ihrem Alltag und unter ihrer Familie leiden. Nicht ganz so verhält es sich bei „Muki“ (Nepomuk) und Erwin, den Protagonist... lesen


die sofarevoluzzer (2)

Josef Kleindiensts Held findet Erfüllung beim Bahnfahren.

Josef Kleindienst: Freifahrt

Die Langsamkeit, die Passivität, das Beobachten, das Weiterwurschteln, Dahinlavieren und das Sich-Verweigern sind typisch österreichische Attribute. Auch in Josef Kleindiensts Erzählung Freifahrt sind sie zu finden. Erwin, Protagonist dieser Erzählung, ist ein ziel- und ambitionslos durchs Leben taumelnder Mann, der keinen Begriff davon hat, was er will. Seine Müdigkeit scheint grenzenlos, seine Unentschlossenheit ebenso und Momente der... lesen


das übel der fehlenden untertasse

Profunde literarische Kritik an den Scheinwelten von Großunternehmen

Stefan Bergsmann: Aufgestaut

Stefan Bergsmann ist im Zivilberuf Unternehmensberater in Wien, er kennt sich also mit den Realitäten von Bürojobs in heimischen Firmen bestens aus. In seinem Prosaerstling Aufgestaut macht diese Angestelltenwelt aber gar keine gute Figur: Sie ist das Habitat von intriganten, sich selbst überschätzenden, wehleidigen Typen in teuren Anzügen, die sich und ihre „Leistungen“ in strahlendem Licht präsentieren, aber in Wahrheit nur heiße... lesen


wenn nichts mehr weitergeht

Blöde Situation: Die Hauptfigur von Georg Petz‘ „Bildstill“ steckt in einem endlosen Stau

Georg Petz: Bildstill

Matthias Trzky, Anglist und überschaubar erfolgreicher Schriftsteller, befindet sich auf dem Weg zu einer Feier in der Wiener Künstlerszene. Dort anwesend sind unter anderem seine ehemalige Studentin Saša, deren Ehemann Harald sowie sein Verleger, mit dem das neue Buchprojekt besprochen werden soll. Doch mitten auf der Autobahn geht plötzlich nichts mehr, alles steht still und Matthias wird reglos hinter dem Lenkrad sitzend auf sich selbs... lesen


verharren vor dem wysiwyg

In Polyphems Reich soll die Welt des Buches ausgelöscht werden

Birgit Schwaner: Polyphems Garten

Seltsam verstörend trifft die Künstlichkeit der Welt, von der in Polyphems Garten erzählt wird und die doch so negativ dargestellt ist, auf die fröhliche Künstlichkeit der Erzählung, als sei sie darin irgendwie angelegt – angesichts dessen, dass hier das Regime des Polyphem die Welt des Buches auslöschen will, ein bedrohlicher Gedanke. Das „Poein“, das „Machen“ der Dichtung, scheint mit dem Erzeugen, das die Welt dieser Polyp... lesen


rauchsignale für wordspielschatzsucher

Markus Köhles Hauptfigur schreibt erotische Haustiergeschichten

Markus Köhle: Hanno brennt

Hanno brennt. Er brennt für seine neue Flamme Annabell, für ein gemütliches Feierabendbier (oder auch zwei), für einen frisch gebrühten Kaffee gegen die Katerstimmung am nächsten Morgen. Hanno ist abgebrannt. Deshalb brennt er auf finanzielle Unabhängigkeit und für seine neue Geschäftsidee: Nach einer durchzechten und durchflirteten Nacht glaubt der wortgewandte Überlebenskünstler eine Lücke im Wiener Dienstleistungssektor entdeck... lesen


starkes krakeelen

Drei Urlauberinnen in Griechenland abseits des Klischees

Ursula Riederer: Kakomiris. Eine Sommergeschichte

Mit Kakomiris legt die Grazerin Ursula Riederer ein Griechenlandbuch der etwas anderen Art vor. Allerdings denkt man bei der Lektüre des eleganten, weißen Bandes, den ein von Oswald Oberhuber gezeichnetes Porträt der Autorin schmückt, kaum an „et in arcadia ego“, auch nicht an Ouzo-selige Abende am Strand – wenngleich so etwas schon vorkommt –, ja nicht einmal an die jetzt schon ziemlich lang andauernde „gegenwärtige“ Krise i... lesen


der magritte aus stainz

Mike Markart schreibt surrealistische Prosa

Mike Markart: Magritte

Der steirische Schriftsteller Mike Markart, Jahrgang 1961, ist das beste Beispiel dafür, dass man in der Literatur Ich-Erzähler und Autoren-Ich niemals verwechseln sollte. Der Autor Mike Markart ist ein umgänglicher Typ: lange Haare, schüttelt Hände nach Art der Hippies, ist stets freundlich und mit so unauffälligen Vorlieben wie Familie, Kochen, Chilizucht, Rotwein, Fußball und Italien gesegnet. Die Erzähler-Ichs und Figuren in Marka... lesen


viel wiener schlagobers

Herbert J. Wimmer zelebriert im Membranroman die Metamorphose von Zuständen

Herbert J. Wimmer: membran

„erzählt wird immer, mindestens eine geschichte, eine regel, eine form, eine anordnung, eine struktur, ein konstruktionsplan, eine differenz von vorher und nachher im augenblick der lektüre“, sagt Herbert J. Wimmer im Werkstattgespräch mit Dieter Bandhauer, das seinem Band membran beigegeben ist. Und mit der Differenz lasse ich ihn hier gleich das Moment ansprechen, das aus seinem Textkonvolut, das einem strengen Bauplan von ineinander... lesen


psychogramm eines reptils

In Los Angeles lässt es sich ausgiebig scheitern

Gerald Hartwig: Chamäleon

Der unbestrittene Großmeister autobiografischen Erzählens heißt aktuell Joachim Meyerhoff: Der Schauspieler und Autor baut seine Texte anekdotisch auf und ordnet die Geschehnisse mit Andeutungen, Vorgriffen und Rückblenden rund um Themenkreise an, die in detailreich geschilderten Szenen durchscheinen. Es geht in seinem aktuellen Bestseller Wann wird es so, wie es nie war unter anderem um das Erzählen an sich, um das Scheitern, um uneinge... lesen


tollheiten, torsionen, tote

Stephan Roiss beschreibt ein Jahr Zivildienst in einem Altersheim

Stephan Roiss: Gramding

Gramding heißt das Prosadebüt des Oberösterreichers Stephan Roiss. Was ein gutes Wortspiel wäre – das Ding, das einen grämt –, ist der fiktive Name einer oberösterreichischen Bezirksstadt, in der Wolfgang, der Held des kurzen Textes, seinen Zivildienst in einem Altersheim absolviert. Beworben hat er sich um eine Stelle bei den Kinderfreunden, gelandet ist er dort, wo Menschen ihre letzte Runde vor dem Friedhof einlegen. Wolfgangs... lesen