schreibkraft - Das Feuilletonmagazin

Menüpfad zur ausgedruckten Seite: Home ausgaben 33 - anlegen
Adresse: https://schreibkraft.adm.at/ausgaben/33-anlegen/rezensionen

Rezensionen der Ausgabe 33 - anlegen

Bobbie und Grant

Robert Forster erzählt in seinem Buch "Grant & ich" von der außergewöhnlichen Freundschaft und Zusammenarbeit zwischen Grant McLennan und Robert Forster, besser bekannt als The Go-Betweens.

Robert Forster: Grant & ich. Die Go-Betweens und die Geschichte einer außergewöhnlichen Freundschaft.

Es ist erstaunlich, dass sich immer mehr exzellente Popmusiker auch in der Literaturszene markant bemerkbar machen. Nicht jedem gelingt das mit gleich großer Qualität. Robert Forster dagegen zieht auch als Geschichtenerzähler alle Register. Als Songwriter wurde er dafür gepriesen, poetische und zugleich kraftvolle Texte in wunderbare Songs zu verwandeln. In seinem Buch "Grant & ich", einer berührenden Hommage an seinen unvergessenen Freund... lesen


Übers Leben und das Gelebtwerden

Ist das Leben Zufall oder Schicksal? Wer sind wir, wohin gehen wir, und was ist der Sinn? "Drei Sekunden jetzt" lotet die existenziellen Fragen des Seins aus.

Hans Platzgumer: Drei Sekunden jetzt

Wer sich dem neuesten Werk des gebürtigen Innsbruckers Hans Platzgumer widmet, kommt an Jean-Paul Sartre nicht vorbei. Wir sind zur Freiheit verurteilt, stellte dieser einst fest – schließlich kann sich niemand für oder gegen das Leben entscheiden, bevor er auf der Erde landet. Und wer sich in der Folge vor der Freiheit drücken möchte, flüchtet sich lediglich in die Passivität, ist eine Entscheidung dagegen doch paradoxerweise nicht wen... lesen


Federleicht erzählte Tragödie

Tanja Paars "Die Unversehrten" führen in den Abgrund des Zwischenmenschlichen hinab.

Tanja Paar: Die Unversehrten. Roman.

"Die Unversehrten" heißt Tanja Paars Debütroman, aber auf dem Umschlag ist über den Titel ein feiner Strich wie mit einer Rasierklinge gezogen – so als wäre der Titel in Lacan’scher Manier durchgestrichen: "Die Unversehrten". Diese Schreibung wäre tatsächlich aufschlussreicher, denn wirklich unversehrt bleibt in diesem Beziehungsdrama, das so schmal und leicht daherkommt wie ein Kammerspiel, gar niemand. Die Frau, mit der die Geschi... lesen


Einmal ein König sein

Peter Marius Huemers Debütroman „Die Bewässerung der Wüste“ kreist auf originelle Weise um die Seltsamkeiten eines Forscherlebens.

Peter Marius Huemer: Die Bewässerung der Wüste

Der 1991 in Haag am Hausruck geborene, jetzt in Wien lebende Autor Peter Marius Huemer erzählt in seinem Debütroman von den Verwerfungen des Lebens und den Unwägbarkeiten und Irrwegen eines ungleichen Paares und seines Forscherlebens. Einen Mix aus Fakten und Fiktion herzustellen hat Huemer ebenso interessiert, wie eine Satire auf den Wissenschaftsbetrieb zu schreiben, der nicht nur die Grenzen zwischen Recherchiertem und Erfundenem verwischt... lesen


Eine späte Entdeckung

Lucia Berlin schrammt in ihren Erzählungen durch alle Milieus.

Lucia Berlin: Was ich sonst noch verpasst habe. Storys.

Lucia Berlin verstarb 2004 in Marina del Rey, Kalifornien, und ihre Texte gelten als Wiederentdeckung. Die Autorin wird posthum eine der großen amerikanischen Literatinnen des letzten Jahrhunderts genannt. Eine späte Entdeckung. Geboren als Lucia Brown 1936 in Alaska, wuchs sie in verschiedenen Minenstädten der Rocky Mountains auf: Montana, Idaho, Arizona, in El Paso, Texas, später in Chile, sie studierte in New Mexiko, lebte dann in New Yor... lesen


Bretter, die die Welt bedeuten

Günther Freitags "Melancholische Billeteure" täuschen sich prächtig.

Günther Freitag: Melancholische Billeteure

Das Scheitern ist in unserem Kulturkreis nicht besonders gut angeschrieben. Scheitern, das meint Versagen, bedeutet Unfähigkeit, evoziert Probleme und Krisen und legt nahe, dass Fahrlässigkeit im Spiel war – wenn es freundlich zugeht. Geht es unfreundlich zu, kann schon mal das Stichwort Dummheit fallen. Was aber wären wir ohne das Scheitern und das auf ihn folgende Beharren? Wir hätten keine Glühlampen, keinen Harry Potter, wir hätten k... lesen


Stadtspaziergänge

Marlene Faro begibt sich auf Lesereise durch Graz.

Marlene Faro: Lesereise Graz

Kommt Graz, kommt Thomas Bernhard. All jenen Touristen, die gut beraten nach Graz kommen, scheint Thomas Bernhard allerdings vor allem eines zu sein, nämlich wurscht. Taucht natürlich die Frage auf, was damit gemeint ist. Nun, sobald die Sprache auf Graz kommt, wird Bernhards Satz aus seinem skandalisierten Stück Heldenplatz zitiert: „In Graz muss man nicht gewesen sein.“ Und genau diese Ansicht ist den Touristen wurscht, denn warum sonst... lesen